Trotz des eitlen Selbstlobs von Wolfgang Schäuble: Die Eurokrise ist massiv zurückgekehrt 38

Heute, am 28.5., erscheint in “Finanznachrichten.de” ein Artikel mit dem Titel “Spanien braucht wegen Bankenkrise eventuell EFSF-Hilfe“.

Wir erfahren in diesem Artikel: “Spanien braucht einem Zeitungsbericht zufolge in den nächsten Wochen eventuell die Hilfe der Europäischen Finanzstabilitätsfazilität (EFSF). Wegen der gegenwärtigen Bankenkrise kommt auf die spanische Regierung ein gewaltiger Finanzbedarf zu, gleichzeitig muss der Staat an den Finanzmärkten derzeit sehr hohe Zinsen zahlen. Zudem schwelt im Hintergrund die Krise um Griechenland. Um die Finanzierungskosten zu senken, könnte sich Spanien an den EFSF wenden, schreibt die Zeitung El Mundo unter Berufung auf Regierungskreise”.

Über diesen ESM erfahren wir: “Der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) ist eine internationale Finanzinstitution mit Sitz in Luxemburg, welche eingerichtet wird, sobald der ESM-Vertrag von so vielen Euro-Mitgliedsstaaten ratifiziert wurde, dass von diesen zusammen mindestens 90% des anfänglich geplanten Stammkapitals von 700 Milliarden Euro gezeichnet wurde.[1] Ab Mitte 2012 soll diese Institution die Zahlungsfähigkeit der Staaten und der Banken in der Eurozone sichern. Sie ist Teil der politisch als „Euro-Rettungsschirm“ bezeichneten Maßnahmenpakete und ist als Ablösung der vorläufigen Maßnahmen des Euro-Rettungsschirms geplant, zunächst noch unter Beibehaltung der Europäischen Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF)”.

Also dieser EFSF ist Teil des “Euro-Rettungsschirms“. Was ich mich frage, ist ob dann Spanien komplett unter den Euro-Rettungsschirm kommt oder nur einen Teil, eben den EFSF des “Euro-Rettungsschirms” in Anspruch nimmt.

Wie die Sache nun in Griechenland aussieht, darüber berichtet ein Artikel in “Spiegel-Online” vom 28.5. mit dem Titel “Griechische Replik auf Lagarde Mitleid ist das Letzte, was wir brauchen.”

In diesem Artikel heisst es: “Selten sprechen Spitzenpolitiker so deutlich, selten rufen ihre Worte solch harte Reaktionen hervor. In Griechenland gibt es seit Samstag nur ein Thema: die Äußerungen von IWF-Chefin Christine Lagarde. Politiker fast aller Parteien zeigen sich empört.

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds hatte in einem Interview mit dem “Guardian” die Griechen allgemein wegen ihrer Steuermoral kritisiert und dabei gesagt, sie denke mehr an die Kinder im afrikanischen Niger als an die Menschen in Athen.

Das Letzte was wir brauchen, ist das Mitleid der Frau Lagarde”, sagte dazu am Sonntag der Chef des Bündnisses der radikalen Linken (Syriza), Alexis Tsipras. Die große Mehrheit der Griechen zahle Steuern. Warum die Reichen keine Steuern zahlen – dafür solle sich Lagarde an die Sozialisten und Konservativen in Athen wenden, nicht an die Bürger, sagte Tsipras.”

Interessant ist, was dieser Artikel in “Spiegel-Online” zu den zu erwartenden Wahlergebnissen in Griecheland in drei Wochen sagt: “In Griechenland wird in drei Wochen ein neues Parlament gewählt. Vier repräsentative Umfragen sehen die konservative Nea Dimokratia als stärkste Kraft. In allen Umfragen wollen mehr als 80 Prozent der Befragten, dass Griechenland in der Euro-Zone bleibt“.

“Focus Online” brachte am 27.5. auch einen Artikel mit dem Titel “Wahlen in Griechenland: Kopf-an-Kopf-Rennen vor Parlamentswahl.”

In diesem Artikel heisst es: “Insgesamt vier repräsentative Umfragen sehen die Konservativen als stärkste Kraft, die 23,3 bis 25,8 Prozent auf sich vereinen könnte. Die Radikallinken bleiben ihnen jedoch auf den Fersen und erhalten zwischen 20,1 und 23,2 Prozent. Weit abgeschlagen bleibt die Panhellenische Sozialistische Bewegung (Pasok) mit Umfrageergebnissen zwischen 12,6 und 14 Prozent. In allen Umfragen wollen mehr als 80 Prozent der Befragten, dass Griechenland im Euroland bleibt. Diese Umfragen wurden in der griechischen Presse am Sonntag veröffentlicht”.

Was nun die politischen Positionen der Parteien angeht, so wird folgendes in diesem Artikel mit dem Titel “Wahlen in Griechenland: Kopf-an-Kopf-Rennen vor Parlamentswahl” gesagt: “Das Bündnis der radikalen Linken mit seinem Chef Alexis Tsipras will die bereits zugesagten Sparmaßnahmen in Griechenland auf Eis legen, weil diese bereits jetzt die Wirtschaft schrumpfen ließen und zu einer Rekordarbeitslosigkeit von 22 Prozent geführt hätten. Die konservative ND steht eher der Politik der deutschen Bundesregierung nahe. Ihr Chef Antonis Samaras spricht sich aber auch für eine dringend notwendige Lockerung des Sparprogramms und Investitionen aus. Anderenfalls könne eine Radikalisierung großer sozialer Schichten, die bislang vom Staat lebten, nicht gestoppt werden. Auch die Sozialisten unter Evangelos Venizelos setzen sich für eine neue Stabilisierungspolitik ein”.

Ein recht guten Artikel vom 30.12.2012 mit dem Titel “Eurozone Problems” von Paul Krugman  findet ihr in seinem Blog “The Conscience of a Liberal” Dieser Artikel enthält zahlreiche Tabellen, von denen einige für die aktuellen Probleme der “Euro-Zone” bedeutsam sind.

Interessant ist zum Beispiel die dritte Tabelle mit dem Titel “European Account Imbalances”. Hier seht hier, das seit 1999, seit Einführung des Euros, die europäischen Handelsbilanzen deutlich auseinanderdriften. Ihr habt auf der einen Seite Deutschland. Deutschland baut seit 1999 massiv ein Handelbilanzplus auf. Und auf der anderen Seite seht ihr die europäischen Krisenstaaten (Hier GIPSIs genannt: Griechenland, Italien, Portugal, Spanien, Irland).

Und dieses fast “spiegelbildliche” Auseinanderdriften der Eurozone zwischen Deutschland (das zunehmend ein massives Handelsbilanzplus aufbaut) und den GIPSIs (die seitdem massiv ein Handelsbilanzminus aufbauen), zeigt, dass wir im Kern der Euro-Krise auch unter anderem das Problem der europäischen Handelsbilanzen haben, mit einem exportorientierten Deutschland, das zunehmend massive Handelsbilanzüberschüsse aufgebaut hat, und exportschwachen südeuropäischen Ländern, die ab 1999 zunehmend deutlich mehr importiert als exportiert haben, die also ein zunehmendes Handelsbilanzdefizit aufgebaut haben.

Creative Commons LizenzvertragTrotz des eitlen Selbstlobs von Wolfgang Schäuble: Die Euro-Krise ist massiv zurückgekehrt 38Klaus Gauger steht unter einer Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Unported Lizenz

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s