Trotz des eitlen Selbstlobs von Wolfgang Schäuble: Die Eurokrise ist massiv zurückgekehrt 34

Wie sehr die Euro-Krise (die vor allem eine Krise Südeuropas ist) jetzt auch die deutsche Wirtschaft ausbremst, erfahren wir in einem Artikel in “Spiegel-Online” vom 24.5. mit dem Titel “Schwindende Aufträge: Euro-Krise bremst Deutschlands Wirtschaft“.

In diesem Artikel erfahren wir:Die Krise in Griechenland spitzt sich zu, doch die Krisenmanager der Euro-Zone wirken hilflos. Vor allem Kanzlerin Angela Merkel und ihr französischer Kollege François Hollande sind auf Konfrontationskurs. Derzeit streiten sie über das Für und Wider gemeinsamer Anleihen, sogenannter Euro-Bonds.

Europa wirkt blockiert – und das wirkt sich nach Einschätzung des Münchner Ifo-Instituts nun auch auf die Wirtschaft aus: Die jüngsten Wahlen in Griechenland und Frankreich hätten das Bild verändert, sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Wohlrabe am Donnerstag. Bisher hatten sich die Firmen in gewissem Maß an die Krise gewöhnt. Nun schlagen die Unsicherheiten wieder voll durch: Das Ifo-Geschäftsklima stürzte im Mai um drei auf 106,9 Punkte ab.

Die 7000 vom Ifo-Institut befragten Firmen beurteilten sowohl ihre aktuelle Geschäftslage als auch die Zukunft deutlich schlechter als in den vergangenen Monaten, erläuterte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn. Wohlrabe sagte, die politische Lage in Frankreich und Griechenland verunsichere vor allem die großen, im Euro-Raum stark verflochtenen Konzerne. “Sie vermuten, dass es sie jetzt betrifft.”

Am Donnerstag gab es ein neues Alarmzeichen. Die anderen Mitglieder der Euro-Zone rüsten sich offenbar für den Ernstfall: Experten der 17 Euro-Staaten entwerfen Notfallpläne für den Fall eines Euro-Austritts Griechenlands. Das bestätigte Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker.”

So sieht es aus. Es war zu erwarten, dass die südeuropäische Krise irgendwann einmal auf Deuschland überschwappt. Im Moment sind die deutschen Exportzahlen anscheinend noch ganz gut. Dazu erfahren wir in diesem Artikel:

“Trotz aller Verunsicherung: Noch steigen in Deutschland die Exporte. Der starke Außenhandel bescherte Deutschlands Wirtschaft zum Jahresanfang ein deutliches Plus. Gegenüber dem Vorquartal stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,5 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit. Im Vergleich zum ersten Quartal 2011 legte die Wirtschaftsleistung um 1,7 Prozent zu.

Deutschlands Firmen profitieren derzeit davon, dass der Euro deutlich an Wert verlor. Die Gemeinschaftswährung lag am Donnerstagvormittag deutlich unter der Marke von 1,26 Dollar. Am Vortag war er zeitweise auf den tiefsten Stand sei 22 Monaten gefallen. Das macht Exporte nach Übersee billiger”.

Heute, am 25.5., erschien ein Artikel in “Focus-Online” mit dem Titel “Verflechtung mit Euro-Krisenland: Finanzbranche hat in Spanien 100 Milliarden im Feuer“.

In diesem Artikel heisst es obenstehend kurz zusammenfassend: “Deutsche Banken und Versicherungen sind nach einer Übersicht der Bundesregierung im Euro-Krisenland Spanien mit mehr als 100 Milliarden Euro an Krediten und Vermögensanlagen engagiert“.

Lest euch mal diesen kurzen Artikel durch. Diese Ziffer von 100 Milliarden Euro scheint mir viel zu gering eingeschätzt.

Günther Lachmann behauptet, dass fast 250 Milliarden Euro an spanischen, potentiell “faulen” Immobilienkrediten in Deutschland in deutschen Banken lagern. Seht hierzu nochmals seinen Artikel vom 29.3 mit dem Titel “Spanien-Misere lebensgefährlich für Deutschland“.

In diesem Artikel heisst es: “Wie sehr die spanische Krankheit die anderen Euro-Staaten treffen wird, zeigt ein Blick auf die Liste der Gläubiger. “51 Milliarden Dollar an spanischen Schulden liegen demnach in Großbritannien, 187 Milliarden in den USA, 224 Milliarden in Frankreich und 244 Milliarden Dollar in – surprise, surprise! – Deutschland”, schreibt der “Tagesanzeiger” und fügt süffisant hinzu: “Ob Frau Merkel sich dessen bewusst ist?”

Und wieder wird mal nicht nicht über die Target-2-Salden geredet.

Am 12.3. hat sich Jens Weidmann übrigens zu dieser Sache geäussert, in einem Artikel in der “FAZ” mit dem Titel “Was steckt hinter den Target2-Salden?“.

Lest euch diesen Artikel mal ganz langsam und gründlich durch.

Jens Weidmann preist hier das “Target 2“-System als eine gute Möglichkeit, die schon seit langer Zeit klammen Banken der europäischen Euro-Krisen-Länder (vor allem der südeuropäischen Krisenländer) über ihre jeweiligen Nationalen Zentralbanken liquide zu halten und ihnen Geld zur Verfügung zu stellen.

Und der Grund dafür, warum die Banken der europäischen Krisenländer (vor allem die der südeuropäischen Krisenländer) klamm sind, wir klar gesagt: Der ganze europäische Interbankenmarkt befindet sich schon seit langem in einer schweren Krise (Seit dem Zusammenbruch der Lehman-Brothers-Bank im September 2008 und der “heissen Phase” der weltweiten Finanzkrise ab 2007).

Und der Ausbruch der Euro-Krise hat die Sache auf dem europäischen Interbankenmarkt natürlich zugespitzt. Die Banken finanzieren sich aber in der Regel über den Interbankenmarkt. Was wir also tatsächlich haben, ist eine Krise des europäischen Finanz– und vor allem des europäischen Bankensektors.

Der Weltbank-Chef Robert Zoellick sagt das übrigens auch. Und er weiss es schon seit Januar dieses Jahres. Wahrscheinlich ist dieses Phänomen sowieso schon seit längerer Zeit beobachtbar, vielleicht schon seit Beginn der Euro-Krise (ab Ende 2009).

Hier habt ihr einen Artikel aus “Bloomberg” vom 12.1. mit dem Titel “Zoellick Says European Interbank Market is Frozen, Welt Reports.”

Hier habt ihr einen anderen Artikel in “Reuters” vom 31.1.2012 mit dem Titel “MONEY MARKETS-Interbank pipelines still frozen in euro zone” . Anscheinend ist der europäische Interbankenmarkt schon seit längerer Zeit “eingefroren” und die Banken trauen sich in Europa nicht über den Weg.

Woran das liegen könnte und was das für Folgen hat, wird in diesem Artikel aus “Reuters” mit dem Titel “MONEY MARKETS-Interbank pipelines still frozen in euro zone” erklärt: “Analysts say an increase in interbank lending activity, seen as key to bringing the euro zone economy back on a growth path, will be a slow process and a lot more policy effort is needed.

A plan to strengthen fiscal unity within the euro zone, a lack of which many economists say is at the root of the current problems, is only in its inception phase, unemployment is high around the bloc and fiscal deficits are naggingly large.

Also, risks that the currency union could break up persist, with a vital Greek debt swap deal yet to be reached and fears growing that Portugal will be the next to restructure its debt“.

Hier habt ihr einen Artikel von September 2011 aus “tradingFloor.com” “Banks are (still) key to European stock markets“. Nun, dieser Artikel bietet eine recht komplexe Analyse der Situation der europäischen Banken an. Der entscheidende Satz in dieser Analyse ist folgender: “European interbank market which is getting dangerously close to a total standstill“.

Hier habt ihr einen Artikel auf der Website “EuropeanVoice.com” mit dem Titel “The ECB’s risky business” vom November 2011. Der sagt auch klar, wann das Vertrauen zwischen den europäischen Banken verloren ging und als Folge davon der Interbankenmarkt eingefroren ist.

Und in diesem Artikel heisst es: “During the credit boom before 2007, enormous cross-border inter-bank claims built up, because banks trusted one another. Then, in 2008, the inter-bank market suddenly froze as that trust evaporated. This was a generalised phenomenon, not focused on particular countries, because it was still assumed at the time that all eurozone governments would be able to bail out their own banks.

Now that the ‘southern’ eurozone governments’ solvency no longer seems assured, distrust has grown along national lines. German banks continue to lend to each other (and to other banks in northern Europe), but they are no longer willing to lend to Italian, Spanish, or other banks in southern Europe.

Und seitdem ist das Geschäft, wie dieser Artikel völlig richtig sagt, für die EZB “risky” = “riskant”.

Und wie diese Risiken aussehen, wird in diesem Artikel  logisch exemplifiziert.

In diesem Artikel  heisst es: “For example, Greek banks have received more than €100 billion in ECB financing, which is secured by a mix of private Greek assets and Greek government debt. If the Greek people decide in a referendum to default, the ECB will incur large losses, as much of its collateral would become worthless and the Greek banking system would collapse.

The imperfect integration of Europe’s financial markets and supervisory structure thus risks overburdening the ECB, which has had to become the central counterparty for cross-border lending. But in this function it has accumulated large risks, concentrated along national lines, thus leading to conflicts among member states”.

Also schon im November 2011 gingen die Analysten davon aus, dass bei einem “Rausschmiss” oder einem “Ausstieg” Griechenlands aus der Euro-Zone die EZB auf 100 Milliarden Euro an griechischen Verbindlichkeiten sitzen bleibt. In der Zwischenzeit dürfte es mehr geworden sein. Und bei den anderen PIIGS-Ländern dürfte es nicht viel anders sein (Portugal, Italien, Irland, Griechenland, Spanien).

Im Klartext: Seitdem der europäische Interbankenmarkt (über den sich normalerweise die europäischen Banken finanzieren) im Jahre 2008 “eingefroren” ist, hat praktisch die EZB die Funktion des europäischen Interbankenmarktes übernommen. Und Auslöser für das “Einfrieren” des europäischen Interbankenmarktes war wohl tatsächlich der Zusammenbruch der Lehman-Brothers-Bank im Jahre 2008.

Und technisch geschieht dies, wie ja Jens Weidmann selbst in dem Artikel in der “FAZ” mit dem Titel “Was steckt hinter den Target2-Salden?” für die FAZ erläutert hat, wohl über das Target 2-System, das wahrscheinlich nie dafür vorgesehen war, um den europäischen Interbankenmarkt zu ersetzen. Aber seitdem der europäische Interbankenmarkt “eingefroren” ist, musste man das wohl so machen, um den Euro und Euro-Zone vorerst zu retten.

Aber in der Not hat man anscheinend zu diesem “Trick” gegriffen, mit allen Risiken, die damit für die EZB (und damit natürlich auch für die haftenden Nationalen Zentralbanken der einzelnen Länder in der Euro-Zone, auch die Bundesbank) entstehen können.

Hier habt ihr ein längeres PDF mit dem Titel “TARGET2 and the European Sovereign Debt Crisis” (Verfasser: Ulrich Bindseil und Philipp Johann König) vom 15.2.2012. Das PDF enthält eine genaue Analyse der Target-2-Systems und was in den letzten Jahren im Rahmen des Target 2- Systems gelaufen ist.

Ich zitiere jetzt nur die “conclusion” dieses englischsprachigen PDFs mit dem Titel “TARGET2 and the European Sovereign Debt Crisis” : “This article has provided a framework of nancial accounts that can be used to analyze the development of T2 positions, Eurosystem refinancing credit and the liquidity deficit during the recent crisis. Such a framework is needed in order to understand the mechanics and economics behind T2 developments in the euro area. We explained that central banks word-wide (including the Eurosystem) assumed the role of an interbank market maker to counter the halt of interbank lending during the crisis and to secure the financial stability of their respective economies. While this caused a lengthening of the respective central banks’ balance sheets, it helped to close the funding gaps of nancial institutions that would have otherwise led to devastating asset fire sales spirals and a credit crunch. We further explained that T2 constitutes the backbone of a well-functioning euro area and performs an adjustment-buffer function in the current crisis which buys the time to implement reforms that may revert the detrimental developments in crisis-ridden euro area economies. Accordingly, limiting T2 liabilities would not realign the incentives of governments to implement needed structural reforms. It would, however, put into question the existence of the monetary union, and therefore, if anything, create unprecedented capital dislocation“.

Der entscheidende Satz in dieser “conclusion” ist der folgende: “We explained that central banks word-wide (including the Eurosystem) assumed the role of an interbank market maker to counter the halt of interbank lending during the crisis and to secure the financial stability of their respective economies.”

Es ist also so, wie ich gesagt habe: Als im Jahre 2008 (der Zusammenbruch der Lehman-Brothers-Bank war im Jahr 2008) der Interbankenmarkteingefroren” ist, hat die EZB über das Target 2-System die Rolle des europäischen Interbankenmarktes übernommen. Und über dieses Target-2-System haben die Banken der Euro-Krisen-Staaten, die PIIGS-Staaten, riesige Verbindlichkeiten aufgebaut.

Ihr habt in diesem PDF auf Seite 6 eine Tabelle mit Snapshots of participation in refinancing operations” für den Zeitraum zwischen ca. 2007 und 2011. Und wenn ihr euch die Tabelle genauer anschaut, dann ist bei allen PIIGS-Staaten (Portugal, Italien, Irland, Griechenland, Spanien) der Anteil an Refinanzierungsoperationen in diesem Zeitraum massiv gewachsen.

Und auf Seite 5 habt ihr eine Tabelle mit “Snapshots of  T2 positions” für den gleichen Zeitraum. In diesem Zeitraum haben alle PIIGS-Staaten massiv ihre Verbindlichkeiten im Rahmen des T2-System gesteigert. Und andere, wirtschaftlich gut funktionierende Länder haben massiv Forderungen aufgebaut. Mit Abstand die grössten Forderungen hat übrigens Deutschland aufgebaut (schon damals ca. 450 Milliarden Euro).

Allerdings vermute ich, dass bei einem Ausfall dieser Forderungen der EZB-Schlüssel für die jeweilige prozentuale Haftung der einzelnen “nationalen Zentralbanken” der Länder eingesetzt wird. Auf die deutsche Bundesbank entfällt gemäss diesem Schlüssel 27% der möglichen Forderungsausfälle der EZB. Die anderen 73% werden anteilsmässig von den anderen nationalen Zentralbanken der europäischen Länder übernommen.

Die weltweite Finanzkrise ab 2007 ist also bisher keineswegs überwunden, darüber habe ich ja schon geredet. Deshalb heisst der englischsprachige Artikel zu dieser weltweiten Finanzkrise zutreffenderweise “2007–2012 global financial crisis“. Zumindest in Europa scheint das so zu sein. Die amerikanische Situation ist anscheinend besser, das behauptet zumindest ein Artikel in “FTD” vom 24.5. mit dem Titel “US-Banken kassieren wie vor der Krise.”

Mit einer angeblichen europäischen “Staatsschuldenkrise” hat das alles aber nicht wirklich viel zu tun.

Ich zitiere euch jetzt den entscheidenen Passus in diesem Artikel aus der FAZ mit dem Titel “Was steckt hinter den Target2-Salden?“, in dem sich Jens Weidmann ausführlich zu dieser ganzen Sache äussert: “Die Rolle der Liquiditätsbereitstellung hat sich damit deutlich verändert: Es wird nicht mehr nur das erforderliche Minimum an Zentralbankgeld bereitgestellt, sondern das Eurosystem ersetzt in größerem Maße den Interbankenmarkt und andere grenzüberschreitende Kapitalströme.

Das Gesamtvolumen der Refinanzierungsgeschäfte hat von rund 460 Milliarden Euro unmittelbar vor Ausbruch der Finanzkrise auf nunmehr über 1100 Milliarden Euro zugenommen, die mittlere Laufzeit ist von wenigen Wochen auf fast drei Jahre gestiegen. Zugleich ist der Anteil der Peripherieländer am Refinanzierungsvolumen von einem Sechstel auf rund zwei Drittel gestiegen. Durch den anhaltenden Nettoabfluss von Liquidität aus den Peripherieländern haben diese Target2-Verbindlichkeiten in Höhe von mehr als 750 Milliarden Euro aufgebaut.

Es ist die Aufgabe des Eurosystems, Zentralbankgeld zur Verfügung zu stellen – an solvente Banken gegen ausreichende Sicherheiten und ohne Gefährdung der Preisniveaustabilität. Dadurch wird die Kreditversorgung der Wirtschaft sichergestellt, und es kann auch die Finanzmarktstabilität gestärkt werden. Es gilt aber gleichzeitig, die Trennung zwischen Geld- und Finanzpolitik zu wahren und insbesondere das Verbot der monetären Staatsfinanzierung zu achten. Es ist nicht Aufgabe der Geldpolitik, marode Banken künstlich am Leben zu erhalten oder die Zahlungsfähigkeit von Staaten abzusichern. Entscheidungen über die Umverteilung größerer Solvenzrisiken von Banken oder Staaten zwischen den Steuerzahlern der Mitgliedsländer dürfen nur gewählte Regierungen und Parlamente treffen. Die Abgrenzung zwischen Liquiditätsengpässen und Solvenzrisiken bei Banken ist sicherlich nicht immer trennscharf möglich, und gerade in krisenhaften Situationen ist vorübergehend eine gewisse Flexibilität angezeigt. Dadurch steigen dann aber auch die Risiken in den Notenbankbilanzen, und es können gravierende Fehlanreize gesetzt werden.

Die Zunahme von Target-2-Salden kann somit durchaus Ausdruck einer Geldpolitik sein, die im Rahmen ihres Mandats entstehenden Liquiditätskrisen Rechnung trägt. Die Kritik an den Salden per se ist insofern – und dies hat die Bundesbank immer wieder betont – nicht sachgerecht. Für mich stellen die Target2-Forderungen der Bundesbank auch kein eigenständiges Risiko dar, weil ich ein Auseinanderbrechen der Währungsunion schlichtweg für absurd halte (Fettdruck von mir!).

Also am 12.3 dieses Jahres hielt Jens Weidmann das Auseinanderbrechen der Währungsunion schlichtweg für absurd. Und deshalb sei die ganze Finanzierung des südeuropäischen Bankensystems (Banken über die jeweiligen Nationalen Zentralbanken des Landes) über das Target-2 -System seit Ausbruch der Finanzkrise gar kein Risiko gewesen (?!).

Welches  gigantische Volumen diese Target-2-Salden mittlerweile haben, wird in diesem Artikel auch klar gesagt. Es heisst hier: “Das Gesamtvolumen der Refinanzierungsgeschäfte hat von rund 460 Milliarden Euro unmittelbar vor Ausbruch der Finanzkrise auf nunmehr über 1100 Milliarden Euro zugenommen, die mittlere Laufzeit ist von wenigen Wochen auf fast drei Jahre gestiegen. Zugleich ist der Anteil der Peripherieländer am Refinanzierungsvolumen von einem Sechstel auf rund zwei Drittel gestiegen. Durch den anhaltenden Nettoabfluss von Liquidität aus den Peripherieländern haben diese Target2-Verbindlichkeiten in Höhe von mehr als 750 Milliarden Euro aufgebaut“.

Es lagen also seitens der Peripherieländer (=wohl vor allem die südeuropäischen Krisenländer) Mitte März 2012 Verbindlichkeiten in der Höhe von 750 Milliarden Euro vor. Das ist aberwitzig viel Geld.

Also in den Target-2-Salden der EZB stecken potentiell riesige Verluste für die Bundesbank (Haftung: 27%) und für alle anderen, nicht-südeuropäischen Nationalen Zentralbanken (Haftung: 73%) drin. Und letztendlich haften für die jeweiligen nationalen Zentralbanken des Landes die Steuerzahler des betreffenden Landes.

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