Trotz des eitlen Selbstlobs von Wolfgang Schäuble: Die Eurokrise ist massiv zurückgekehrt 28

Heute, am 22.5., wird auch zunehmend deutlich, in welches Desaster Angela Merkel und Konsorten (Deutschland) und Olli Rehn (Brüssel) uns konjunkturtechnisch in der Euro-Zone reingeritten haben.

Hier habt ihr einen Artikel aus “Spiegel-Online” von heute, dem 22.5., mit dem Titel “Euro-Krise: OECD warnt vor schwerer Rezession“.

So, Olli Rehn (Brüssel: Kommissar für Wirtschaft und Währung) hat noch vor kurzer Zeit von einer “milden Rezession” (?!) geredet.

Hier habt ihr einen Artikel aus der NZZ von vor gerade mal 11 Tagen (11.5.) mit dem Titel “Spaniens Defizitziele in Gefahr“. Damals hat Olli Rehn noch von seinen “Defizit-Zielen” gefaselt.

In diesem Artikel liess Olli Rehn verlautbaren: “Hintergrund der Haushaltsprobleme ist eine «milde, aber kurzlebige Rezession», in der sich laut Rehn die EU und der Euro-Raum derzeit befinden. Das Nachlassen der Spannungen auf den Finanzmärkten, die zögerliche Stabilisierung des Vertrauens und die erwartete Beschleunigung des globalen Wachstums dürften ab dem zweiten Semester für eine gedämpfte Erholung sorgen. Für das ganze laufende Jahr erwartet Brüssel für die EU eine Stagnation und für die Euro-Zone einen BIP-Rückgang um 0,3%, für 2013 ein Plus von 1,3% bzw. 1,0%”.

So, und jetzt zurück zum Artikel aus “Spiegel-Online” von heute, dem 22.5., mit dem Titel “Euro-Krise: OECD warnt vor schwerer Rezession“.

In diesem Artikel heisst es: “Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat ihre Wachstumsprognose für den Euro-Raum deutlich gesenkt und erwartet nun eine Rezession. Im laufenden Jahr werde die Wirtschaft in der Euro-Zone um 0,1 Prozent schrumpfen, teilte die OECD am Dienstag mit. Bislang hatte sie ein geringfügiges Wachstum von 0,2 Prozent erwartet. Die EU-Kommission rechnet schon länger mit einem Minus von 0,3 Prozent.

Für 2013 haben die Experten der OECD nur leicht verbesserte Aussichten parat: Dann werde die Wirtschaft im gesamten Euro-Raum wieder um 0,9 Prozent wachsen. In wichtigen Ländern wie Spanien und Italien dürfte sie aber weiter schrumpfen. Auch für Griechenland, Portugal und Slowenien erwartet die OECD in diesem und im kommenden Jahr eine schrumpfende Wirtschaftsleistung.

Weiterhin lässt die OECD in diesem Artikel mit dem Titel  “Euro-Krise: OECD warnt vor schwerer Rezession” verlautbaren: ” Vor diesem Hintergrund wächst die Gefahr eines Teufelskreises, der durch eine hohe und nicht abnehmende Verschuldung, ein schwaches Bankensystem, eine zu starke fiskalische Straffung und ein niedrigeres Wachstum in Gang gesetzt werden könnte.

Die Experten warnen vor einer “politischen Ansteckung” und negativen Reaktionen der Finanzmärkte. “Dramatische Entwicklungen in einzelnen Ländern würden den Prozess weiter beschleunigen.” Im schlimmsten Fall drohten “sehr ernste Konsequenzen für die Weltwirtschaft”.

Und dann werden in diesem Artikel ein Bündel von Massnahmen aufgeführt, die von der OECD vorgeschlagen werden, mit denen man diese gefährliche Entwicklung in der Euro-Zone aufhalten könnte. Die OECD denkt hier anscheinend auch an die schon lange angeplanten und andiskutierten Eurobonds.

Und die Reaktion von Angela Merkel und Konsorten auf diese Vorschläge?

Auch die wird in diesem Artikel erwähnt: “Deutschland lehnt all diese Maßnahmen bisher ab. Das Land steht unter den OECD-Ländern allerdings auch mit am besten da: Für 2012 wird ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,2 Prozent erwartet. Im nächsten Jahr sollen es sogar zwei Prozent sein. Das Wachstum 2013 werde “seine Impulse hauptsächlich von der Binnennachfrage beziehen”, schreiben die Experten, denn die Ausgaben der Verbraucher würden unter anderem infolge von Lohnerhöhungen ansteigen”.

Nun, ob es in Deutschland so toll laufen wird, wenn es in der Euro-Zone dann tatsächlich rasend bergab geht, da bin ich mir nicht so sicher. Bisher sieht es nach einer kommenden massiven Rezession in der ganzen Euro-Zone aus, die vermutlich irgendwann mal auf Deutschland übergreifen wird. Die Anzeichen sind auch schon sichtbar, ich habe ja in diesem Blogartikel schon darüber berichtet.

Zumindest der deutsche Export dürfte deutlich unter dieser zu erwartenden Negativ-Entwicklung in der Euro-Zone leiden. Und ob der deutsche Binnenmarkt, wie die obigen Experten (?!) das behaupten, diesen Rückgang im deutschen Exportsektor dann wirklich auffangen kann, wird man sehen. Ich habe da meine Zweifel. Was Deutschland vielleicht retten könnte, ist der steigende Export in die BRICS-Staaten. Na ja, man wird sehen.

Das Gute an dieser Reaktion von Angela Merkel und Konsorten ist für mich, dass sie endlich die “Europäische Maske” fallen lassen.

Das ganze deutsche Spardiktat in der Euro-Zone hatte vor allem das Ziel, möglichst Kosten für Deutschland zu vermeiden und die Euro-Zone nach dem Vorbild der “Agenda 2010” von Gerhard Schröder arbeitsmarktpolitisch völlig umzubauen (also nach deutschem Vorbild ein Europa des “Lohndumpings” zu etablieren). Und dieser “Plot” ist gründlich gescheitert.

Angela Merkel  in nur die mediokren Marionette von irgendwelchen deutschen neoliberalen Lobbys, mehr nicht. Das war sie schon immer. Auch Gerhard Schröder war nur ein neoliberaler “Genosse der Bosse” und unter anderem eine Marionette von Carsten Maschmeyer

Und wenn die anderen europäischen Spitzenpolitiker und Wirtschaftsführer in der Euro-Zone das begreifen, dann wird auch für die anderen Länder in der Euro-Zone vielleicht die Chance bestehen, sich endlich gegen das aktuelle Deutschland unter Angela Merkel zu wehren.

Die europäischen Spitzenpolitiker und die Wirtschaftsführer der anderen Länder in der Euro-Zone und der EU werden jetzt vielleicht auch einfach begreifen, dass diese Leute fahrlässig sind (nicht zuletzt François Hollande und Mario Monti. David Cameron in England scheint es auch schon zu ahnen).

Und wenn die europäischen Spitzenpolitiker der anderen europäischen Länder in der Euro-Zone und der EU und ihre jeweiligen Wirtschaftsführer das endlich begreifen, dann ist es mit Angela Merkels Führungsrolle in der EU und vor allem in der Euro-Zone endlich vorbei und die anderen europäischen Spitzenpolitiker in der EU und in der Euro-Zone werden (nicht zuletzt im Auftrag ihrer jeweiligen Wirtschaftsführer) endlich anfangen, ihre eigenen Pläne zu machen und anfangen, Angela Merkel und Konsorten einfach zu ignorieren.

Einen gleichlautenden Artikel zu den Prognosen und Lösungsvorschlägen der OECD für die Euro-Zone unter dem TitelSchwere Rezession: OECD warnt Euro-Zone vor Teufelskreis” findet ihr heute, am 22.5., im “Handelsblatt”.

Zu den Aussichten von Griechenland und Spanien heisst es in diesem Artikel im Handelsblatt: “Die griechische Wirtschaft wird laut den Prognosen der OECD 2012 und 2013 noch stärker schrumpfen als erwartet. Dies gelte auch, wenn das Land alle in den Rettungsplänen festgelegten Strukturreformen ausführt, so die OECD.

Griechenlands Bruttoinlandsprodukt werde in diesem Jahr wohl um 5,3 Prozent und 2013 voraussichtlich um 1,3 Prozent sinken.

Die spanische Wirtschaft werde sich im nächsten Jahr nicht erholen, da die Finanzierungsbedingungen für den öffentlichen und den privaten Sektor angespannt blieben, erwartet die OECD. Sie rechnet damit, dass das BIP in Spanien 2013 um 0,8 Prozent schrumpfen wird, nach einem Rückgang von 1,6 Prozent in diesem Jahr”.

Die deutsch Spar-Schrumpf-Kur (=Teufelskreis) in Südeuropa bringt also gar nichts, das erkennt auch die OECD ganz klar.

Hier habt ihr einen Artikel in der “The Seattle Times” vom 22..5. zu diesem OECD-Bericht mit dem Titel “Euro Zone Warned by OECD: ‘Severe Recession’ Looming.”

In diesem Artikel heisst es: “The 17-country euro zone risks falling into a “severe recession,” the Organization for Economic Cooperation and Development warned on Tuesday, as it called on governments and Europe’s central bank to act quickly to keep the slowdown from dragging down the global economy. OECD Chief Economist Pier Carlo Padoan warned the euro-zone economy could contract by as much as 2 percent this year, a figure that the Paris-based think tank had laid out as its worst-case scenario in November”.

Und in diesem englischen Artikel zum heutigen OECD-Bericht wird auch klar gesagt, dass die Euro-Zone sich nun massiv spaltet.

Wir haben ein Südeuropa (Griechenland, Portugal, Spanien, Italien), das zunehmend in den Keller fällt, während Frankreich sich in der Mittelstellung halten kann und Deutschland trotz der allgemein negativen Vorzeichen dennoch ein halbwegs robustes Wachstum hat.

Genau so habe ich ja die Entwicklung immer skizziert: Südeuropa als ein systemischer Block stürzt ab, Frankreich hält sich in einer prekären Mittelstellung, und Deutschland kann sich dennoch vorerst über Wasser halten.

Und die ganze Euro-Zone fällt insgesamt gegenüber den USA zunehmend massiv ab, auch das wird klar gesagt.

Die USA insgesamt haben jetzt ein viel höheres Wirtschaftswachstum als die Euro-Zone. Für die USA werden ein Wachstum von +2,4% für 2012 und +2,6% in 2013 erwartet. Für die Euro-Zone wird sogar eine Rezession von vielleicht sogar deutlichen -2% (!) für dieses Jahr erwartet

Zu dieser Entwicklung bemerkt dieser Artikel: “The report forecasts Europe falling further behind other countries, particularly the United States, whose economy is expected to grow 2.4 percent this year and 2.6 percent next. “There is now a diverging trend between the euro area and the U.S., where the U.S. is picking up more strongly while the euro area is lagging behind,” Padoan said.  Europe itself is increasingly split between a wealthier north continuing to grow and a southern rim that is sliding deeper into recession, the OECD figures show”.

Germany, Europe’s largest economy, will accelerate to 2 percent growth next year after 1.2 percent growth in 2012, while France, the euro zone’s second-largest economy, will expand 1.2 percent next year after 0.6 percent growth this year, the OECD said. Italy’s economy, by contrast, will shrink 1.7 percent this year and 0.4 percent in 2013, the OECD forecast. Spain is also set to remain mired in recession, with contraction of 1.6 percent this year and 0.8 percent next”.

Also auch Italien befindet sich mittlerweile massiv in einer “Teufelsspirale” und in einer massiven Rezession (-1,7%).

Welche massiven Ängst die Banker angesichts eines möglichen Austritts Griechenlands aus der Euro-Zone haben zeigt ein Artikel in “Financial Times” vom 18.5. mit dem Titel “Angst der Gläubiger: Banken fürchten Griechenlands Euro-Austritt wie Weltuntergang.”

In diesem Artikel heisst es: “Ein Ausstieg Griechenlands aus der Euro -Zone hätte kaum absehbare Folgen für die anderen Krisenstaaten Südeuropas, warnt der Bankenverband Institute of International Finance (IIF). Die Folgen eines solchen Schrittes lägen “irgendwo zwischen einer Katastrophe und dem Weltuntergang”, sagte IIF-Geschäftsführer Charles Dallara am Mittwoch in Dublin. Die Ansteckungsgefahren für den Rest Europas seien riesig, sagte Dallara. “Der Druck auf Spanien, Portugal, selbst Italien und möglicherweise auch Irland wäre immens.

Weiterhin heisst in diesem Artikel: “Auch Weltbank-Chef Robert Zoellick sorgt sich um die Folgen eines griechischen Euro-Austritts für Südeuropa. “Das größte Problem ist nicht Griechenland, sondern Spanien und Italien”, sagte er am Mittwoch in einer Gesprächsrunde im Washington Economic Club. Gefährlich werde es, wenn durch weitere Entwicklungen das Vertrauen angekratzt werde. Falls es deshalb auch nur vereinzelt zu Illiquidität komme, würden Unternehmen oder Banken ins Taumeln geraten. Zoellick forderte die Europäer auf, rechtzeitig Hilfe für Spanien und Italien bereitzuhalten, etwa durch Eurobonds. Die Einzelheiten müssten die Europäer entscheiden, aber sie müssten die Reformbemühungen der Südeuropäer finanziell unterstützen.”

Tja, die Banker weltweit haben panische Angst bei dieser Geschichte, weniger wegen Griechenland selbst, sondern wegen des möglichen Contagion-Effekts auf Spanien und Italien, Länder, in denen es sehr bedeutende Grossbanken gibt mit einer weitreichenden systemischen Bedeutung für das ganze weltweite Bankensystem. Wenn die spanischen und italienischen Grossbanken zusammenbrechen, gibt es einen weltweiten Banken-Doomsday.

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