Trotz des eitlen Selbstlobs von Wolfgang Schäuble: Die Eurokrise ist massiv zurückgekehrt 26

Heute, am 22.5., kommt ein Artikel im “Hamburger Abendblatt” mit dem Titel “Südeuropa steckt in der Krise – das trifft auch Hamburg.”

Das heisst, die aktuelle zunehmende schwere Rezession in Südeuropa (Griechenland, Portugal, Spanien, Italien) kommt jetzt auch zunehmend in der deutschen Wirtschaft an, zum Beispiel der Hamburger Wirtschaft mit ihren zahlreichen Betrieben, die zum Teil auch in den südeuropäischen Ländern präsent und aktiv sind.

In diesem Artikel im “Hamburger Abendblatt” mit dem Titel “”Südeuropa steckt in der Krise – das trifft auch Hamburg” findet ihr zahlreiche Beispiele von Hamburger Betrieben, die jetzt zunehmend durch die schwere Rezession in Südeuropa beschädigt werden.

In diesem Artikel heisst es wörtlich: “Den Hamburger Windkraftspezialisten PowerWind hat es bereits vor rund einem Monat erwischt. Am 24. April musste das Unternehmen beim Amtsgericht einen Insolvenzantrag stellen. Grund ist die Schuldenkrise. Denn PowerWind ist vor allem in Südosteuropa tätig und dort gibt es derzeit kaum noch Investoren, die ihr Geld in neue Windanlagen stecken. Die Region, vor allem die Iberische Halbinsel und auch Italien, steckt in einer tiefen Krise. Jahrelanges Missmanagement der Politik rächt sich jetzt. “Es wird Jahre dauern, ehe sich die Länder erholen”, sagt Michael Bräuninger, Forschungsdirektor des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI).

Der Niedergang in den südlichen Euro-Ländern hat nun auch Hamburgs Wirtschaft erreicht. Denn in einem Land wie Spanien mit einer Arbeitslosenquote von fast 25 Prozent kaufen die Menschen nur noch das Nötigste. “Spanien, Portugal und Italien rechnen dieses Jahr mit einem Minuswachstum”, sagt Jörg Hinze, Konjunkturexperte des HWWI. Das trifft auch den Hamburger Außenhandel. Der klagt vor allem über die schlechter werdende Zahlungsmoral der Kunden aus Südeuropa. “Dies kann langfristig gesehen zu einem ernsthaften Problem werden”, sagt der Präsident des AGA Unternehmensverbands, Hans Fabian Kruse.”
So sieht es aus, und das war schon lange so zu erwarten.

Zu der “Target 2“-Geschichte gibt es noch zahlreiche andere Artikel im Internet. “Googelt” einfach mal das Thema.

Hier habt ihr einen Artikel in der “Süddeutschen” von Fabian Uebbing vom 7.3. 2012 mit dem Titel “Target-2-Salden der Bundesbank:Brisante Milliarden.”

Lest euch mal diesen Artikel in Ruhe durch.

Am Ende dieses Artikels fällt die entscheidende Bemerkung (und zugleich die entscheidende Überlegung): “Die Debatte wird heftig geführt. Womöglich ist sie am Ende weniger brisant, als es scheint. Denn selbst Sinn, der sie forciert hat, geht davon aus, dass die Target-Salden erst dann problematisch würden, wenn die Währungsunion auseinanderbrechen sollte. Soweit ist es noch lange nicht – und dieser Fall dürfte erst recht richtig teuer werden. Vorsorglich könnten die Deutschen ja schon mal den Umgang mit der Billion üben. Ein Billion hat zwölf Nullen. In Ziffern: 1.000.000.000″.

Und genau das ist der zentrale Punkt: Target 2 ist nur ein harmloses Verrechnungssystem des Eurosystems (ESZB), solange der Euro und die Euro-Zone nicht auseinanderbrechen.

Aber wenn der Euro und Euro-Zone zerbrechen (zum Beispiel weil Südeuropa Pleite geht), dann macht es “Bumm” (Doomsday!) und die EZB (und damit alle an ihr beteiligten europäischen nationalen Zentralbanken) und damit auch die Deutsche Bundesbank, die mit 27% für die EZB haftet und damit auch Deutschland und der deutsche Steuerzahler haben viele Hunderte von Milliarden Euros verloren.

Einen guten Artikel hat am 22.5.  Otmar Scherer-Gennermann auf seinem Blog “Libri logicorum – Wirtschaft und Politik … logisch” unter dem Titel “Ein Pakt für den Euro” veröffentlicht.

Dieser Artikel bietet ein intelligentes Konzept, wie man vielleicht den Euro und Euro-Zone stabilisieren könnte, im Sinne eines “Paktes für den Euro“.

Ich kenne Otmar selbst und hatte das Vergnügen, ihn auf einer Veranstaltung der “Freiburger Piraten” vor einiger Zeit persönlich kennenzulernen (er ist auch einfach ein netter Kerl, abgesehen davon, dass er in Sachen Wirtschaftspolitik echt was auf dem Kasten hat). Otmar ist ein “Altpirat” und Gründungsmitglied der “Piratenpartei Deutschland“.

Lest euch mal diesen Artikel mit dem Titel “Pakt für den Euro” von Otmar Scherer-Gennermann in Ruhe durch.

Wie es jetzt mit den spanischen Banken aussieht, erfahren wir heute, am 22.5, in “Spiegel Online”  in einem Artikel mit dem Titel “Faule Kredite: Spaniens Banken droht Milliardendesaster“.

In diesem Artikel heisst es: “Neue Schreckensnachrichten aus Spanien: Die Banken des Landes sitzen auf einem gewaltigen Berg fauler Kredite. Der Internationale Bankenverband IIF schätzt das Volumen auf bis zu 260 Milliarden Euro. So groß sei im schlimmsten Fall das Finanzloch, das die Geldhäuser stopfen müssen. 184 Milliarden Euro davon können sie laut IIF auftreiben – bleibt eine Lücke von 76 Milliarden Euro”.

Die Ursache für diesen Berg von “faulen Krediten” wird in diesem Artikel genannt: “Der Großteil der Verluste entfalle auf Immobilienkredite, die von regionalen Sparkassen vergeben wurden”.

Genau das habe ich schon vor Monaten prophezeit, dass dies so ist, in meinem Artikel “Madrid heute – Abschied von meiner Madrider Vergangenheit“.

Ursache für die ganze spanische Misere ist letztendlich die in Spanien ab Ende 2007 geplatzte Immobilienblase. Und da hängen natürlich die ganzen spanischen Banken dran, die diesen aberwitzigen Immobilienboom finanziert haben.

Tja, die “Spanische Bankenzeitbombe” geht jetzt langsam hoch, und wenn jetzt nicht bald seitens der europäischen Politiker (auch Angela Merkels und Konsorten) reagiert wird, erleben wir das, was Nouriel Roubini schon seit längerem für Spanien prophezeit: “Ein Zugunglück in Zeitlupe“.

Zu dieser Analyse und Prophezeiung Nouriel Roubinis hinsichtlich der spanischen Banken siehe zum Beispiel den Artikel vom 16.5 auf der Investoren-Website “Union Investment” mit dem Titel “EZB-Milliarden versickern in Bankbilanzen” (der Artikel ist anscheinend ursrprünglich aus dem “Manager-Magazin”).

Nouriel Roubini hat solche Dinge schon früher mal prophezeit, und deshalb ist er eine Legende. Nouriel Roubini ist Sohn iranischer Juden.

Also, zu Nouriel Roubini erfahren wir im Wikipedia-Artikel zu diesem Mann folgendes: “Trotz vieler Anfeindungen und Verspottungen aus der Fachwelt („Dr. Doom“ = „Dr. Untergang“) warnte Nouriel Roubini seit 2004 stets vor einem Platzen der Immobilienblase und einer daraus resultierenden „harten Landung“ der US-Wirtschaft.

2006 sagte Roubini eine Rezession in den USA mit weltweiten Auswirkungen voraus.  2008 warnte er, die aktuelle Finanzkrise habe mit der Pleite der Bear Stearns gerade erst begonnen, und der Weltwirtschaft drohe ein Kollaps. Er empfahl eine Verstaatlichung der betroffenen Banken; es sei besser, „die Banken besser gleich ganz [zu] kaufen und sie anschließend zu Geld [zu] machen“ als sie durch einen Aufkauf der faulen Kredite zu subventionieren.Die Gesamtverluste bezifferte er Anfang 2008 auf mindestens eine Billion Dollar,eine Schätzung, die abenteuerlich wirkte, bis der IWF sie sich kurz danach zu eigen machte. Im Januar 2009 korrigierte er diese Zahl auf bis zu 3,6 Billionen Dollar und war damit erneut einer ähnlichen Schätzung des IWF um drei Monate voraus”.

Was nun die mögliche Rettung der strauchelnden spanischen Banken angeht, so erfahren wir in diesem Artikel vom 22.5. in “Spiegel Online” mit dem Titel “Faule Kredite: Spaniens Banken droht Milliardendesaster” folgendes: Spaniens Banken stehen seit Wochen im Zentrum der Aufmerksamkeit. Die US-Ratingagentur Moody‘s stufte kürzlich die Kreditwürdigkeit von 16 Instituten herab. Die Regierung in Madrid hat bereits erste Hilfsmaßnahmen ergriffen. So sollen die Institute ihre Immobilien-Portfolios von unabhängigen Experten überprüfen lassen, ihre faulen Kredite in Abwicklungsbanken (“Bad Banks”) überführen und zusätzliche 30 Milliarden Euro zurücklegen.Doch das alles könnte womöglich nicht ausreichen. Der Industrieländerclub OECD fordert in seinem aktuellen Wirtschaftsausblick deshalb neue Instrumente, um strauchelnde Banken zu stützen. So schlagen die Experten unter anderem vor, den im Juli startenden europäischen Rettungsfonds ESM direkt zur Stützung der Finanzbranche zu verwenden. Bisher ist lediglich vorgesehen, dass der ESM klamme Staaten unterstützt. Besonders Deutschland wehrt sich dagegen, den Auftrag auch auf die direkte Hilfe für Banken auszuweiten. Ähnliches gilt für den zweiten Vorschlag der OECD-Experten: Sie regen an, die Euro-Länder könnten gemeinsame Anleihen ausgeben und das eingenommene Kapital in die Banken stecken. Das wäre jedoch eine Art “Euro-Bond light”, und auch das lehnt Deutschland ab”.

Na ja, das kennen wir alles schon aus der deutschen Geschichte: Die “Götterdämmerung” (1945 im Berliner “Führerbunker“) naht, und die deutschen Politiker stellen sich stur und und geben Durchhalteparolen aus. Die deutschen Politiker stehen also immer noch auf die klassische deutsche Polit-WagnerSeifenoper, wie schon seit jeher.

Im Moment haben wir die “Eurodämmerung” (Paul Krugman). Und wieder mal nehmen die deutschen Politiker eine prominente Rolle in dieser europäischen Variante der klassischen deutschen, Wagnerianisch inspirierten “Götterdämmerung“ein.

Einen Artikel mit dem Titel “Spain“, der anscheinend zum letzten Mal am 11.5. geupdatet wurde, bietet die “New York Times” in ihrer Sektion “World”.

Dieser Artikel bietet eine ziemlich präzise und treffende Analyse der aktuellen spanischen wirtschaftlichen und sozialen Situation.

Der Artikel beginnt mit der treffenden Bemerkung: “In Spain, after two decades of dizzying growth, the party is over“.

Lest euch mal diesen Artikel in Ruhe durch.

Unter anderem wird in diesem Artikel ebenso prophetisch wie treffend gesagt: “With a rising portion of Spain’s 663 billion euros, or $876 billion, in home mortgages at risk of default, many economists say it is only a matter of time before some of Spain’s biggest banks will need a bailout. And the Spanish government, staggering under its own debt and budget deficit burdens, may not have the money to come to the rescue. As Spain endures its second recession in three years, an increasing number of debt-heavy Spaniards can no longer meet monthly payments on mortgages that their banks were all too eager to give during the last decade’s boom” (Fettdruck von mir!)

Im Klartext: Indem Angela Merkel und Konsorten (und auch Olli Rehn) mit ihrem harten Spardiktat Spanien in eine schwere Rezession hineingezwungen haben, haben sie zugleich den schon angeschlagenen spanischen Bankensektor noch viel mehr beschädigt.

Denn in dieser nun schon länger dauernden schweren Rezession in Spanien haben sehr viele Spanier ihre Jobs verloren und konnten dann nicht mehr ihre Immobilienkredite bedienen, womit die Zahl der “faulen” Immobilienkredite in den spanischen Banken massiv gestiegen ist und mit dem Ergebnis, dass genau jetzt die spanischen Banken anfangen, unter der Last der massiv zunehmenden Zahl an “faulenImmobilienkrediten zusammenzubrechen.

Und was wird die Folge nicht zuletzt dieses schwachsinnigen Brüsseler und deutschen Spardiktats in Spanien sein?

Nun, auch da gibt dieser Artikel “Spain” in der Sektion “World” der “New York Times” eine klare Antwort: “With a rising portion of Spain’s 663 billion euros, or $876 billion, in home mortgages at risk of default, many economists say it is only a matter of time before some of Spain’s biggest banks will need a bailout. And the Spanish government, staggering under its own debt and budget deficit burdens, may not have the money to come to the rescue”.

So ist es. Man wird die spanischen Banken, unter ihnen systemisch wichtige Grossbanken, mit sehr viel Geld im Rahmen eines von allen europäischen Ländern (zumindest allen Ländern der Euro-Zone) finanzierten “Bail-Outs” raushauen müssen.

So zahlt dann auch der deutsche Steuerzahler für die idiotische Sparpolitik Angela Merkels und Konsorten und Olli Rehns in Spanien (und auch in Südeuropa insgesamt).

Wie ich es euch schon gesagt habe: Der ganze Schwachsinn, den Angela Merkel und Konsorten, die “Troika” und Olli Rehn in den letzten zweieinhalb Jahren seit Beginn der Euro-Krise im Fall der PIIGS-Staaten verbockt haben, schlägt irgendwann mal gnadenlos auf Deutschland und auch die anderen Länder in der Euro-Zone zurück.

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