Trotz des eitlen Selbstlobs von Wolfgang Schäuble: Die Eurokrise ist massiv zurückgekehrt 24

“Welt-Online” bringt heute, am 21.5., einen Artikel mit dem Titel “Spanien-Bailout-Gerüchte steigen nach Moody’s-Abstufung – Lloyds“.

Dieser Artikel ist klar genug, ich zitiere hier: “Die Spekulationen zu einem externen Rettungspaket für Spanien werden nach der Abstufung spanischer Banken durch Moody’s Investors Service weiter zunehmen. Darauf haben die Analysten von Lloyds Banking Group Plc in einer Notiz an ihre Kunden hingewiesen. Die Hilfe könne notwendig werden, um die Bankenkrise in den Griff zu bekommen. Viele spanische Banken leiden unter faulen Immobilien-Investments.

Den Angaben zufolge ist der Bankensektor in Spanien von besonderer Bedeutung, weil er einer der wichtigsten Käufer von spanischen Staatsanleihen ist. Von Jahresbeginn bis März sind die Investments nach Daten der Europäischen Zentralbank (EZB) um rund 58 Mrd. Euro gestiegen, schreiben die Analysten. Offenbar seien Gelder aus langfristigen Refinanzierungsgeschäften (LTRO) der EZB für die Aufkäufe genutzt worden.

Moody’s hatte hat in der Nacht zum Freitag die Langfrist- Bonitätsnoten von 16 spanischen Banken zwischen 1 und 3 Stufen gesenkt. Betroffen waren unter anderem die Branchenriesen Banco Santander SA, Banco Bilbao Vizcaya Argentaria SA (BBVA) und Banco Espanol de Credito SA (Banesto). Zudem wurde der Ausblick für viele Unternehmen auf “negativ” gesetzt, was weitere Abstufung möglich macht.

Wenn es stimmt, was ich vermute, dass in Spanien eine “Banken-Zeitbombe” tickt (und Nouriel Roubini sieht das genau so), dann kann man die Katastrophe einer weltweiten Bankenkrise nur mit einem “Bail-Out” für die spanischen Banken verhindern. Ich hoffe also, dass dieser “Bail-Out” kommt, und zwar bald.

Und je näher der Zusammenbruch der spanischen Banken kommt (und er scheint schon nahe zu sahen), umso mehr werden die Ratingagenturen die spanischen Banken abraten und damit noch weiter runterziehen. Das alles kann sehr schnell gehen, deswegen muss man hier bald handeln.

In der “Märkischen Allgemeinen” kommt heute, am 21.5., ein Artikel mit dem Titel “Spanien beauftragt Roland Berger und Oliver Wyman mit Bankprüfung“.

In diesem Artikel heisst es: “MADRID (Dow Jones)–Das spanische Finanzministerium hat die beiden Prüfungsgesellschaften Roland Berger und Oliver Wyman beauftragt, die Bilanzen der heimischen Banken unter die Lupe nehmen. Die Prüfungen sollen Mitte Juni abgeschlossen sein und sowohl eine Analyse der Bilanzen als auch Stresstests umfassen, teilte das Ministerium mit. Die spanische Zentralbank schätzt, dass die Banken des Landes mit 338 Milliarden Euro im maroden Immobiliensektor des Landes engagiert sind, rund 176 Milliarden Euro sieht die Notenbank als problematisch an. Mit der Bankprüfung will das Finanzministerium das Vertrauen in die Institute stärken. Vereinzelt haben Sparer bereits ihre Einlagen abgehoben und damit Angst vor einem Ansturm auf die Banken aufkommen lassen”.

Wie dramatisch mittlerweile die Lage in Spanien ist, darüber berichtet auch ein Artikel aus “Welt-Online” vom 17.5. mit dem Titel “Hohe Zinsen: Spanien zittert vor dem Gespenst der Insolvenz.”

Die Risikoaufschläge für spanische Staatsanleihen steigen massiv und auch von einem möglichen “Bank Run” in Spanien wird geredet. Zitiert wird hier auch Paul Krugman mit seiner “Eurodämmerung” .

Und die “Eurodämmerung” nach Paul Krugman beginnt nach einem Ausstritt Griechenlands aus der Euro-Zone mit einem “Bank Run” in Spanien und Italien

Ich persönlich denke jetzt, dass es dabei auf einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone gar nicht mehr ankommt. Der “Bank Run” in Spanien könnte auch so in den nächsten Wochen oder Monaten in stattfinden, in dem Moment, in dem die Spanier begreifen, dass ihr Banken am Ende sind. Und Italien wäre das genau so möglich.

Warum die Risikoaufschläge für spanische Staatsanleihen gestiegen sind, das erklärt ein Artikel (basierend auf einer ts/dpa-Meldung) vom 14.5  im “Manager-Magazin” mit dem Titel “Staatsanleihen: Griechenland bringt Spanien in Not“.

In diesem Artikel heisst es: ” Zu Wochenbeginn stiegen die Risikoaufschläge für spanische Staatsanleihen und die Prämien für Kreditausfallversicherungen (CDS) auf neue Rekordstände. Auch die Entwicklung am Aktienmarkt war sehr schwach. Das Vertrauen in die Krisenbewältigung der spanischen Regierung schwindet weiter.

Händler begründeten die Entwicklung zum einen mit der hohen Unsicherheit angesichts der schier ausweglosen Lage in Griechenland. Dort war es auch am Wochenende nicht gelungen, eine Regierung zu bilden, die zu den ausgehandelten Spar- und Reformmaßnahmen steht. Viele Experten sehen das Land auf einen zweiten Zahlungsausfall oder gar einen Austritt aus dem Währungsraum zusteuern – mit nur schwer vorhersehbaren Konsequenzen für Athen und den gesamten Währungsraum. Zudem habe die Bankenreform Spaniens vom Freitag die Märkte nicht überzeugen können.

Am spanischen Anleihemarkt kletterte die Rendite für zehnjährige Staatspapiere am Montag erstmals seit Dezember 2011 über die Marke von 6,2 Prozent. In der Spitze rentierten zehnjährige Titel mit 6,27 Prozent. Damit liegt der Risikoaufschlag zu deutschen Papieren, die immer noch als sehr sicher gelten, bei rund 4,75 Prozentpunkten – so hoch wie noch nie.

An den Märkten für Ausfallversicherungen (Credit Default Swaps, kurz CDS) legten die Prämien für spanische Staatsanleihen kräftig zu. Die Verteuerung bedeutet, dass Anleger der spanischen Regierung immer weniger zutrauen, dass sie die Schuldenkrise ohne internationale Hilfen bewältigen kann.

Für eine fünfjährige Anleihe liegt die Prämie mittlerweile bei etwa 538 Basispunkten. Das bedeutet, dass eine Ausfallversicherung für eine Anleihe über beispielsweise 10.000 Euro zurzeit 538 Euro pro Jahr kostet. Auch das ist ein Rekordwert. Im Fahrwasser der spanischen Papiere gerieten auch die Pendants aus Italien verstärkt ins Visier der Investoren, was von Experten als besonders bedenklich eingestuft wird. Vor diesen Gefahren einer gegenseitigen Ansteckung in der Eurozone warnen Experten”.

Bei dieser Sache ist also auch der “Contagion-Effekt” massiv beteiligt. Ich habe es ja immer gesagt: Ganz Südeuropa (Griechenland, Portugal, Spanien, Italien) ist ein “systemischer” Block.

Gott sei Dank waren die G8-Staaten bei ihrem Treffen gestern in Camp David schlau genug, sich klar für einen Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone auszusprechen. Das war wenigstens intelligent, aber es ist nur ein kleiner, erster Schritt zur Rettung Südeuropas (Griechenland, Portugal, Spanien, Italien).

Wie sehr mittlerweile Angela Merkel im G8-Rahmen und im internationalen Rahmen allgemein isoliert ist, zeigt auch ein Artikel von gestern, dem 20.5., in der “Süddeutschen” mit dem TitelG-8-Gipfel in Camp David: Merkel gegen den Rest der Welt“, der von Nikolaus Piper verfasst wurde.

In diesem Artikel in der “Süddeutschen” heisst es: “Gipfelerklärungen sind Formelkompromisse; das liegt in der Natur der Sache. Bei ihrem Gipfel in Camp David verpflichteten sich die acht großen Industrieländer, alles zu tun, “um unsere Wirtschaften zu stärken und neu zu beleben”, wobei “die richtigen Maßnahmen nicht für jeden von uns gleich” seien.

Unter diesem Dach kann sich in der G 8 jeder wiederfinden – Angela Merkel mit ihrer Sparpolitik ebenso wie Barack Obama und der neue französische Präsident François Hollande. Viel wichtiger ist, wie die Gipfel-Teilnehmer solche Sätze für ihre jeweilige nationale Öffentlichkeit interpretieren. Für Merkel war es das Wichtigste, dass das Wort “Konjunkturprogramm” nicht in den Dokumenten auftauchte. Obama und Hollande waren zufrieden, dass man sich auf “unmittelbare Maßnahmen zur Wachstumsförderung” geeinigt hatte.

Das zeigt: Die Konfliktlinien zwischen Sparen und Wachsen sind nach Camp David unverändert geblieben: Auf der einen Seite steht Deutschland, auf der anderen der Rest der Welt.

Europa ist der gefährlichste Krisenherd der Weltwirtschaft, und die Bundeskanzlerin wird als Hauptverantwortliche gesehen, im Guten wie im Bösen. Aus Sicht der wichtigsten Verbündeten Frankreich und USA kann die Lösung nur aus Deutschland kommen, Merkel verschärft jedoch mit ihrem Beharren auf “Austerität”, auf eiserner Spardisziplin, die Krise. Merkels Kurs mag im Inland sehr populär sein, international ist sie, wenn es darauf ankommt, isoliert”.

Und völlig korrekt stellt Nikolaus Piper in diesem Artikel fest: “Die Bundesregierung wird gut daran tun, sich zu konkreten Maßnahmen der Wachstumsförderung zu entschließen, aus politischen wie aus sachlichen Gründen.

Zunächst die politischen: Nach jüngsten Äußerungen aus Paris wird Hollande notfalls auf ziemlich ruppige Weise seine Vorstellungen von Wachstumspolitik in Berlin durchsetzen. Deutschland und Frankreich müssen aber eine neue Balance finden, um als Herz der europäischen Krisenpolitik funktionieren zu können.

In der Sache ist nach all den Gipfeln, Rettungspaketen, Rettungsschirmen und Sparprogrammen klar: Die Euro-Krise hat, wieder einmal, einen entscheidenden Punkt erreicht. Der Austritt Griechenlands aus dem Euro ist nicht mehr nur eine theoretische, sondern eine sehr praktische Möglichkeit.

Klar ist inzwischen, dass die EU zumindest anfangs von Griechen, Spaniern und Portugiesen zu viel Sparen verlangt hat. Deren Ziele waren zu ehrgeizig und konnten, selbst bei bestem Willen, nicht erreicht werden. Jetzt droht Griechenland das politische Chaos. Die Menschen brauchen dringend ein Stück Hoffnung, ein konkretes Zeichen dafür, dass sich die Opfer einmal lohnen werden.

Für Deutschland geht es nicht darum, ein riesiges neues Konjunkturprogramm aufzulegen. Aber Berlin muss Wachstumspolitik in Europa wieder möglich machen. Darin liegt die Botschaft von Camp David 2012″.

In gebe in dieser Sache Nikolaus Piper völlig recht. Angela Merkel muss endlich den Weg frei machen für die “Priorität Wachstum” in der Euro-Zone. Ob Deutschland dabei selbst grosse Konjunkturprogramme auflegen will, ist eine nachrangige Frage.

Angela Merkel muss endlich aufhören, als sture “Pickelhaube” den Schwenk auf die Priorität Wachstum in der Euro-Zone zu blockieren. Das ist die Hauptsache. Wenn sie selbst dann eher kein “Wachstum auf Pump” (=KeynesianischesDeficit Spending“) betreiben will, dann soll sie es eben sein lassen.

Hier habt ihr einen Artikel aus “Focus” von heute, dem 21.5. mit dem Titel “Streit um Sparkurs in Griechenland: Linksradikale Griechen nennen Merkel `extrem isoliert´“.

Lest euch mal diesen Artikel in Ruhe durch.

Nun, ich will zu den Aussagen, die in diesem Artikel in “Focus” gemacht werden, folgendes sagen: Ob Alexis Tsipras tatsächlich ein “Linksradikaler” ist, kann ich nicht beurteilen. Ich kenne diesen Mann nicht genug und weiss nicht genug über ihn.

Nur eines kann ich sagen: Seine Aussagen sind nicht die eines “verrückten” Linksradikalen.

Alexis Tsipras will anscheinend folgenden Vorschlag machen:

Vorschlagen will der bis vor kurzem kaum bekannte Linke unter anderem eine direkte Unterstützung der nationalen Haushalte durch die EZB, wie sie allerdings als Staatsfinanzierung in den Verträgen für die Eurozone strikt untersagt ist. Auch plädiert er wie Hollande für Eurobonds, um mit gemeinsamen Anleihen die Schuldenlast schwächerer Staaten auf die Schultern der stärkeren umzuverteilen.

„Wir wollen die europäische Solidarität und Finanzierung dafür nutzen, eine Basis für unsere langfristigen Reformen zu schaffen“, sagte Tsipras. „Aber wir müssen wissen, dass wir in zwei bis drei Jahren dieser Abwärtsspirale entkommen, dass wir Wachstum haben werden und dass wir dann das Geld zurückzahlen können, das wir erhalten haben. Wir haben keine Chance, die Mittel zurückzugeben, wenn wir dieses Programm fortsetzen.“

Nun, dazu folgendes: Ob eine Unterstützung des griechischen Haushaltes durch die EZB und Eurobonds der richtige Weg sind, sei dahingestellt. Meiner Meinung gibt es meistens mehrere mögliche Wege, um zum Ziel (Konsolidierung Griechenlands und stoppen der Rezession, oder besser “Umkehren” der Rezession in einen Aufschwung) zu erreichen.

Im Klartext: Es gibt immer unterschiedliche mögliche antizyklische  Massnahmen und unterschiedliche Möglichkeiten, diese antizyklischen Massnahmen zu finanzieren.

Wirtschaftstheoretische Grundlage der antizyklischen Finanzpolitik ist vor allem der Keynesianismus.

Nur in zwei Punkten hat Alexis Tsipras völlig recht:

1.) Ohne die Solidarität der Europäer ist das Ziel nicht zu erreichen, das ist klar. Wenn die Europäer nicht helfen wollen, ist in dieser Sache nichts mehr zu machen.

2.) Die Chance der Griechen, ihre Schulden zurückzuzahlen, wenn das bisherige Sparprogramm weitergeführt wird, sind tatsächlich gleich Null. Da hat Alexis Tsipras völlig recht.

Das hat sich ja auch schon seit Ausbruch der Griechenland-Krise (Ende 2009) klar bewiesen.

Trotz eines schon erfolgten “Haircuts” haben die Griechen immer noch einen sehr hohen Schuldenstand. Das ganze Brüsseler und deutsche “Spardiktat” in Griechenland hat also bisher absolut nichts gebracht und das Land offensichtlich einfach nur an den Rand des Ruins gebracht.

Im Klartext: Das Brüsseler (Olli Rehn) und deutsche Spardiktat (Angela Merkel und Konsorten) in Griechenland war ein völliges Fiasko. Wenn man so weitermacht, können die Griechen niemals ihre Schulden zurückzahlen.

Seht zu diesem Thema nochmals den Artikel vom 19.5. aus der “Süddeutschen” von Hans-Jürgen Jacobs mit dem Titel “Schuldenkrise in Griechenland: Heiter bis Pleite“.

In diesem Artikel heisst es ganz klar und deutlich: “Auch in zwei Jahren teurer Griechenland-Rettung ist kaum etwas besser geworden. Der Anteil der Schulden an der Wirtschaftsleistung entwickelt sich auf desaströse 168 Prozent im nächsten Jahr hin. Die reichen Griechen haben ihr Geld längst abgezogen. Der griechische Zentralbank-Chef Giorgos Provopoulos spricht “von einer großen Angst, die zu einer Panik führen könnte”. Insgesamt liegen die Verbindlichkeiten gegenüber der Euro-Zone bei 375 Milliarden. Vier Jahre Rezession haben dem Land zugesetzt”.

Das heisst im Klartext: Wenn man so weitermacht, wie bisher, sind die 375 Milliarden Euro Schulden Griechenlands für die Gläubiger dieses Landes definitiv und für immer verloren. Da hilft dann auch kein “Haircut” mehr. Sollte die Staatspleite Griechenlands erfolgen, ist das Geld weg.

Und wenn die Griechen die Schulden zurück zahlen sollen, ist ein Aufschwung nötig. Nur ein wirtschaftlicher Aufschwung über mehrere Jahre könnte soviel Geld in die griechische Staatskasse spülen, dass Griechenland dann vielleicht in die Lage kommt, diese Schulden langsam aber sicher wieder zurückzuzahlen zu können.

Man muss aber den Griechen dabei viel Zeit lassen. Im Jahre 2011 hatte Griechenland ein BIP von 312.042 Millionen Dollar, oder besser ca. 312 Milliarden Dollar.

Und nur, damit ihr begreift, wie brutal die Rezession in Griechenland ist, sage ich euch, um wieviel die griechische Wirtschaft im Jahre 2011 geschrumpft ist: Um satte 5%. (Für das BIP und Wirtschaftswachstums Griechenlands siehe den Wikipedia-Artikel “Liste der Länder nach Bruttoinlandsprodukt“).

Das heisst, der griechische Schuldenstand liegt aktuell im Moment deutlich über dem jährlichen Bruttoinlandsprodukt Griechenlands.

Das heisst, die griechische Wirtschaft müsste wieder kräftig wachsen und dann müsste man den Griechen natürlich auch Zeit lassen, um diesen doch recht hohen Schuldenstand langsam reduzieren zu können.

Und dass Angela Merkel im Rahmen der G 8 und auch international zunehmend isoliert ist, das behauptet auch Nikolaus Piper in seinem Artikel für die “Süddeutsche Zeitung” mit dem Titel G-8-Gipfel in Camp David: Merkel gegen den Rest der Welt“.

Die Behauptung von Alexis Tsipras, Angela Merkel sei extrem” isoliert, ist vielleicht übertrieben. Aber Angela Merkel scheint tatsächlich zunehmend auf G8-Ebene und auch international deutlich isoliert zu sein.

Ich kenne Alexis Tsipras zu wenig. Aber er scheint nicht “durchgeknallt” zu sein. Was er sagt, ist eigentlich recht vernünftig.

Hier habt ihr einen Artikel aus der “Märkischen Allgemeinen” von heute, dem 21.5. mit dem Titel “MÄRKTE ASIEN/Leichte Griechenland-Entspannung nach G-8-Gipfel“.

Im Klartext: Die Entscheidung der G 8-Staaten, Griechenland in der Euro-Zone zu halten, zeigt positive Effekte, auch auf den asiatischen Märkten.

Was die Anleger auf den asiatischen Märkten denken, darüber berichtet dieser Artikel folgendes: “Nach dem Ende der Berichtssaison sind die Anleger wieder zu ihrer bisherigen, apathischen und risikoscheuen Haltung zurückgekehrt”, sagte ein Händler einer ausländischen Bank. “Während die Situation in Griechenland weiter vor sich hin köchelt und viele bereits mit den Austritt des Landes aus der Eurozone rechnen, gibt es daneben noch viele weitere Dinge über die man Sorgen machen kann – etwa den spanischen Immobilienmarkt und die Verfassung der europäischen Banken. Wir sind noch weit von einem Ende dieser Krise entfernt.”

Im Klartext: Solange die Krise der schwer angeschlagenen spanischen Banken und des maroden spanischen Immobilienmarkts und damit die Krise des gesamten europäischen Bankensektors nicht gelöst wird, werden die Anleger in Asien (und wohl auch weltweit) nicht ernsthaft Hoffnung schöpfen und ihre apathische und risikoscheue Grundhaltung aufgeben.

Es ist genau so, wie Paul Krugman in seinem Artikel “Europe’s Economic Suicide” vom 15. April gesagt hat: Spanien ist das “Epizentrum” der Euro-Krise.

Und die asiatischen Anleger, die offensichtlich klar denken können, wissen das auch ganz genau.

Und der Kern dieses spanischen Epizentrums ist der marode spanische Immobilienmarkt und die schwer angeschlagenen spanischen Banken (Das alles ist natürlich das Ergebnis der wahnwitzigen spanischen Immobilienblase, über die ich schon oft berichtet habe, und die Ende 2007 geplatzt ist). Seht zu diesem Thema der geplatzten spanischen Immobilienblase auch meinen Blogartikel “Madrid heute – Abschied von meiner Madrider Vergangenheit“.

Bevor dieser Bereich nicht gründlich saniert wird, werden die Anleger in Asien (und wahrscheinlich auch weltweit) nicht wieder Hoffnung schöpfen und ihre apathische und risikoscheue Haltung aufgeben.

Einen gleichlautenden Artikel findet ihr am 21.5. auch auf “Reuters Deutschland” mit dem Titel “Asien-Börsen erholt – aber Skepsis bleibt“.

Auch in diesem Artikel äussern sich die asiatischen Anleger ganz deutlich: “Nach den Kursverlusten der vergangenen Woche sind die Anleger am Montag vorsichtig an die asiatischen Aktienmärkte zurückgekehrt. Viele Börsianer hegen wieder Hoffnungen, dass Griechenland in der Euro-Zone bleibt und die Währungspartner zu Kompromissen im Streit um den Sparkurs bereit sind. Händler sagten allerdings, vor allem die Probleme im spanischen Bankensektor zeigten die Gefahr einer Ausweitung der Schuldenkrise, die wie ein Damoklesschwert über den Märkten hängt.

“Die heutige Entwicklung ist eine reine Erholung von den kräftigen Verlusten am Freitag, und sie hat nicht den Schwung für deutliche Gewinne”, sagte Hirokazu Yuihama von Daiwa Securities. “Das Ergebnis des G8-Gipfels gibt den Märkten keine starken Impulse.” Die etablierten Industriestaaten (G8) sprachen sich am Wochenende klar für einen Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone aus und betonten, dass die angestrebten Haushaltskonsolidierungen von einer Förderung des Wirtschaftswachstums begleitet werden müsse.

“Solange es nicht mehr Sicherheit über Griechenland gibt und die Angst vor einer Ansteckung nicht abnimmt, werden die Kursschwankungen anhalten”, sagte Volkswirt Savanth Sebastian von CommSec. “Investoren sahen einige attraktive Einstiegsmöglichkeiten bei großen Technologie-Aktien”, sagte Park Suk Hyun von KTB Securities. “Aber das ist schon das Maximum an Risko, was sie an diesem Punkt eingehen wollen.”

Die asiatischen Anleger denken genau das gleiche wie ich und Paul Krugman: Der spanische Bankensektor mit seiner Masse an potentiell “faulen” Immobilienkrediten ist eine “Euro-Zeitbombe” (Die asiatischen Anleger reden von einem “Damoklesschwert“). Und Nourel Roubini denkt genau das gleiche.

Und die asiatischen Anleger sehen die massive “Ansteckungsgefahr” (=Contagion-Effekt), die von Griechenland ausgeht.

Südeuropa ist ein “systemischer” Block. Und so habe ich die Sache von Anfang an gesehen. Siehe hierzu nochmals meinen Blogartikel “Angela Merkels Irrglaube an die Wirksamkeit ihrer kruden Sparrezepte in Südeuropa“.

Tja, diese asiatischen Anleger sind schlau. Chinesen und Japaner sind alles andere als dumm.

Was es konkret bedeuten würde, wenn die spanischen Banken zusammenkrachen, wird vielleicht am deutlichsten am Beispiel des  “Banco Santander“. Der Banco Santander ist ein Gigant mit 170.000 Mitarbeitern und einer Bilanzsumme von 913 Milliarden Euro.

Der “Banco Santander” ist die zweitgrösste Bank Europas. Hier habt ihr eine Liste der 35 grössten Banken Europas in einem Artikel vom 21.9.2011 in “Welt-Online” mit dem Titel “Commerzbank Chef: Ohne Euro würde die D-Mark um 30 Prozent teurer“.

Also auch Commerzbank-Chef Martin Blessing glaubt, dass die wiedereingeführte D-Mark gegenüber dem Euro um 30% hochschiessen würde.

Darüber habe ich ja schon geredet. Im Falle eines Zusammenbruchs des Euro und der Wiedereinführung der europäischen Währungen würde die dann starke D-Mark “hochschiessen” und in die wiedereingeführten Währungen in Südeuropa (Drachme, Escudo, Peseta, Lira) “runterknallen”.

Für die Südeuropäer wäre das eher gut (weil sie dadurch ihre Wettbewerbsfähigkeit und ihre Exportchancen verbessern). Für die Deutschen wäre das eher schlecht, weil ihre Waren dann im Ausland viel teurer wären und der aktuelle deutsche “Exportboom” dann wohl erst mal wieder vorbei wäre.

Seht zum aktuellen Exportboom den Artikel vom 8.2. in “ntv” mit dem Titel “Damit ist nun Schluss: Deutscher Export knackt Billion“.

In diesem Artikel heisst es übrigens: “Nach zwei Boomjahren in Folge müssen die Exporteure in diesem Jahr wieder etwas kleinere Brötchen backen. 2012 dürfte sich das Wachstum in etwa halbieren, sagte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). Größtes Sorgenkind sind die Euro-Länder, in die etwa 40 Prozent der deutschen Exporte gehen. Von dort erhielt die Industrie im Dezember fast sieben Prozent weniger Aufträge als im Vormonat. Der Währungsunion droht in diesem Jahr eine Rezession“.

Aber darüber habe ich ja auch schon geredet, dass die ganze Euro-Zone sich schon seit Wochen zunehmend in eine Rezession reinbewegt.

So, zurück zum “Banco Santander“: Wenn ihr euch jetzt mal den Wikipedia-Artikel zum “Banco Santander” anschaut, dann seht ihr, dass diese Bank zu den systemisch weltweit bedeutenden Banken gehört.

Das heisst, sie ist wichtig für das ganze weltweite Bankensystem. Würde sie zusammenbrechen, käme es zu einer schweren Krise des ganzen weltweiten Bankensystems.

Dazu heisst es in dem Wikipedia-Artikel zum “Banco Santander“: “Die Bank ist eine der 29 Großbanken, die vom Financial Stability Board (FSB) als „systemically important financial institution“ (systemisch bedeutsames Finanzinstitut) eingestuft wurden.

Und da der “Banco Santander” jetzt schon in der Krise ist, werden die weltweiten Effekte schon sichtbar.

Denn vor drei Tagen wurden der Banco Santander und die BBVA, die beiden grössten spanischen Banken von der Ratingagentur “Moody´s” abgeratet. Seht hierzu einen Artikel aus “ntv” vom 17.5 mit dem Titel “Banco Santander und BBVA betroffen: Moody’s stuft Banken herab.”

Hier habt ihr einen Artikel vom 18.5. im englischen “Mail Online” mit dem Titel “Santander’s UK customers voice fears after Spanish banking credit rating blow.

Und in diesem Artikel erfahrt ihr, dass der spanische “Banco Santander” de facto zugleich eine der grössten Banken in England ist.

Lest euch jetzt einfach diesen Artikel aus dem englischen “Mail Online” vom 18.5. mit dem Titel “Santander’s UK customers voice fears after Spanish banking credit rating blow” durch.

Da wird klar erklärt, welche massiven Folgen der mögliche Zusammenbruch des “Banco Santander” auch für England hätte (aber auch noch für viele andere europäische Länder, vielleicht auch für Deutschland) und natürlich auch für den Interbankenmarkt.

Natürlich sagen jetzt die meisten Verantwortlichen in England, dass ein solcher Zusammenbruch oder auch nur “serious troubles” im Fall eines Bankenriesen wie dem “Banco Santander” unwahrscheinlich seien.

Aber es hängt natürlich alles von der weiteren Entwicklung in der Euro-Zone ab.

Geht es mit Spanien und den spanischen Banken weiter bergab (und entscheidend ist hier natürlich, welche Wirtschaftspolitik Brüssel – Olli Rehn – und Deutschland – Angela Merkel und Konsorten – gegenüber Spanien in Zukunft weiterbetreiben), dann könnte sogar so ein Bankenriese wie der “Banco Santander” in “serious troubles” hineingeraten oder sogar Pleite gehen.

Im Klartext: Wird das bisherige Brüsseler und deutsche Spardiktat weiter in Spanien “durchgeknüppelt“, könnte sogar ein Bankenriese wie der “Banco Santander” in ernste Schwierigkeiten geraten oder gar zusammenbrechen.

Das wäre eine Katastrophe vom Ausmass des Zusammenbruchs der Lehman-Brothers-Bank im Jahre 2008 oder sogar noch schlimmer.

Und natürlich muss man, so wie die Sache jetzt steht, den spanischen Banken wohl ein “Bail Out” anbieten.

Und wer so schlau ist und das weiss, ist der britische Premierminister David Cameron. Deshalb äussert er sich in diesem Artikel auch ganz klar zu dieser Sache.

David Cameron lässt in diesem Artikel  im englischen “Mail Online” vom 18.5. mit dem Titel “Santander’s UK customers voice fears after Spanish banking credit rating blow” verlautbaren: “Prime Minister David Cameron today said that ‘if things go wrong in the eurozone, that affects us’. ‘It’s a very difficult economic time we’re in and what’s happening in the eurozone is truly worrying,’ Mr Cameron told ITVs Daybreak. ‘If things go badly wrong in the eurozone that affects us. If they keep kicking the can down the road we could see the situation gets a lot worse“.

Und dieser Artikel zeigt auch klar, dass viele spanische Sparer jetzt schon massiv ihr Kapital von den spanischen Bank abziehen (da geht es wohl auch um Kapitalflucht).

In Spanien ist offensichtlich seit Januar mehr Geld von den Banken abgezogen worden als in jedem anderen Land der Euro-Zone (in diesem Artikel findet ihr eine Graphik zu diesem Phänomen).

Und der Analyst “Capital Economics” warnt in diesem Artikel ganz klar: “Concerns are growing that bank runs could soon become a regular feature in other troubled countries in the region deemed at risk of following Greece’s lead.’

Also auch die Analysten fürchten – genau wie Paul Krugman in seinem Artikel “Eurodämmerung” vom 13. Mai – in ganz Südeuropa einen “Bank Run“, mit allen desaströsen Folgen, die das hätte.

Lest euch diesen Artikel “Santander’s UK customers voice fears after Spanish banking credit rating blow” vom 18.5. nochmals in Ruhe durch.

Creative Commons LizenzvertragTrotz des eitlen Selbstlobs von Wolfgang Schäuble: Die Euro-Krise ist massiv zurückgekehrt 24Klaus Gauger steht unter einer Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Unported Lizenz

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s