Trotz des eitlen Selbstlobs von Wolfgang Schäuble: Die Eurokrise ist massiv zurückgekehrt 22

Wie dramatisch die Lage in Südeuropa ist, erkennt heute, am 20.5., auch Andreas Männicke in einem Artikel mit dem Titel “Börsen weiter durch die G-Krise verunsichert; Das Bild hängt schief” in “Wallstreet-Online”.

In dem Artikel von Andreas Männicke “Börsen weiter durch die G-Krise verunsichert; Das Bild hängt schief” heisst es: “Kennen Sie den Loriot-Sketch „Das Bild hängt schief“, wo Loriot zunächst ganz vorsichtig bemüht war, ein schief hängendes Bild gerade zu rücken und durch eine Aneinanderreihung von einigen unglücklichen Handgriffen hernach ein Chaos im Zimmer entstand. Jede weitere Maßnahme bei den „Aufräumungsarbeiten“  erhöhte nur das Chaos. Genauso kommt es mir bei den Versuchen vor, Griechenland zu retten. Hoffentlich ist das Endergebnis nicht ein Chaos in ganz Europa in Zukunft wie beim Loriot-Sketch. Das Bild hängt schon in ganz Südeuropa schief.

Griechenland ist faktisch Pleite und kann sich aus eigener Kraft nicht retten. Dies erkennen jetzt auch immer mehr Griechen, die ihr Geld reihenweise von den Banken abziehen und einen Bankenrun auslösen. Die griechischen Banken wurden bisher nur durch die EZB gerettet. Die griechischen Banken wurden jetzt auf „C“ herunterstuft, was so gut heißt wie zahlungsunfähig. Man wird nun sehen, welche Folgewirkungen eine mögliche Pleitewelle bei griechischen Banken haben wird. Zumindest ist ein Chaos im Sommer in Griechenland nicht auszuschließen.

Auch die Neuwahlen am 17. Juni werden wohl keine Besserung und Klarheit bringen. Der Sparkurs der Griechen wurde schon „abgewählt“. Links -und rechtsextreme Partien bekommen in Griechenland jetzt starken Zulauf und die beiden etablierten Partien, die für den Sparkurs stehen, werden abgestraft. Die Pleite in Griechenland wird dem deutschen Steuerzahler ca. 80 Mrd € kosten;  das sind über 2.000 € pro Beschäftigter. Darin noch nicht einberechnet sind mögliche Dominoeffekte bei anderen gefährdeten südeuropäischen Ländern. Auch italienische Banken wurden heruntergestuft und die spanische Bank Bankia wurde schon verstaatlicht. Es brodelt also gewaltig in Südeuropa. Das Bild hängt schief.

Wenn die EZB nicht mehr die griechischen Banken stützt und die Mittel des ESM nicht ausreichen könnte wie bei Loriot ein Chaos in Europa entstehen. Davor haben auch China und die USA Angst, wobei die USA auch ihre Hausaufgaben erfüllen müssen, was in Anbetracht der schwachen Konjunkturdaten schwer fallen wird. Genau dieses Chaos sollen die EZB und der europäische Rettungsschirm ESM verhindern. Ich bin gespannt, ob es gelingt. Anstelle von das „Bild hängt schief“ wird man dann sagen „das System hängt schief“ und wer kann es durch welche geschickte Maßnahmen dann wieder gerade rücken?”

Genau so sehe ich das auch. Das ist eine dramatische Lage, und hier muss man mit viel Intelligenz und ohne zu Zögern sofort etwas unternehmen, bevor ganz Südeuropa (Griechenland, Portugal, Spanien, Italien) in ein Chaos rutschen und die ganze Euro-Zone gnadenlos auseinanderfliegt.

Welche soziale Folgen Angela Merkel und Konsorten mit ihrem “Sparfaschismus” in Südeuropa produzieren, darüber berichtet ein Artikel vom 4.5. aus “Welt-Online” mit dem Titel “Finanzkrise: Starker Anstieg von Selbstmorden in Südeuropa.”

Einen gleichlautenden Artikel vom 4.5. mit dem Titel “Italien/Griechenland: Selbstmordwelle in Südeuropa” findet ihr im “Manager-Magazin”.

Angela Merkel und Konsorten dürfte das kaum rühren. Spardiktat mit Todesfolge? Was soll´s, Hauptsache fest an den Neoliberalismus und das Spardiktat glauben, nicht wahr? So ist das bei allen Fanatikern. Selbst der Tod rührt sie nicht.

Wie real die Gefahr eines “Bank run” in Griechenland ist, zeigt ein Artikel vom 18.5. in “Welt-Online” mit dem Titel “Angst vor Bank-Run“.

In diesem Artikel heisst es: “Angesichts der chaotischen politischen Zustände im Land plündern offenbar immer mehr Griechen ihre Konten – und bringen dadurch die Banken selbst in Gefahr. Die griechische Zentralbank muss mit neuen Notkrediten für die Institute in die Bresche springen. Noch sind die Notenbanker bereit, diese Rettungspolitik fortzusetzen. Doch im Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) gibt es bereits kritische Stimmen, die vor weiteren Milliardenspritzen warnen. Sie lehnen es ab, frisches Geld in ein Fass ohne Boden zu leiten. “Irgendwann muss Schluss sein, wenn wir unsere Prinzipien nicht völlig verraten wollen”, heißt es in Notenbankkreisen. Ohne neue Zentralbankmittel stünde das griechische Bankensystem jedoch vor dem Kollaps”.

Weiter heisst in diesem Artikel: “Seit die griechische Krise Anfang 2010 Fahrt aufnahm, haben Griechenlands Banken 29 Prozent ihrer Einlagen verloren: Vertrauten griechische Bürger, Firmen und der Staat einheimischen Banken im Dezember 2009 insgesamt 245 Milliarden Euro an, so waren es am 31. März 2012 der Bank von Griechenland zufolge noch 174 Milliarden Euro. Freilich bedeutet der Abzug von den Konten nicht, dass die gesamte Summe ins Ausland geschafft würde. Viele Griechen müssen schlicht an ihre Ersparnisse, um in der Rezession ihre laufenden Rechnungen noch bezahlen zu können. Andere Kunden bunkerten ihre Rücklagen als Bargeld zu Hause, berichten griechische Banker. Sie fürchten einen Zusammenbruch der Geldinstitute – oder hoffen, dass die Euro-Noten im Falle der Rückkehr zu einer schwachen Drachme ihren Wert behalten würden”.

Schaut euch nochmals den Verlauf der “Eurodämmerung” vom 13.5. nach Paul Krugman an:

1. Greek euro exit, very possibly next month.

2. Huge withdrawals from Spanish and Italian banks, as depositors try to move their money to Germany.

3a. Maybe, just possibly, de facto controls, with banks forbidden to transfer deposits out of country and limits on cash withdrawals.

3a. Germany has a choice. Accept huge indirect public claims on Italy and Spain, plus a drastic revision of strategy — basically, to give Spain in particular any hope you need both guarantees on its debt to hold borrowing costs down and a higher eurozone inflation target to make relative price adjustment possible; or:

3b. End of the euro

Eine andere Variante der “Eurodämmerung“:

1. Greek “bank run”.

2. Depositors in Spain and Italy lose faith in their banks because of Greek “bank run”. Huge withdrawals from Spanish and Italian banks, as depositors try to move their money to Germany.

3a. Maybe, just possibly, de facto controls, with banks forbidden to transfer deposits out of country and limits on cash withdrawals.

3b. Alternatively, or maybe in tandem, huge draws on ECB credit to keep the banks from collapsing.

4a. Germany has a choice. Accept huge indirect public claims on Italy and Spain, plus a drastic revision of strategy — basically, to give Spain in particular any hope you need both guarantees on its debt to hold borrowing costs down and a higher eurozone inflation target to make relative price adjustment possible; or:

4b. End of the euro.

Eine andere Variante der “Eurodämmerung“:

1. Spanish “bank run”, bzw. huge withdrawals from Spanish banks.

2a. Maybe, just possibly, de facto controls, with banks forbidden to transfer deposits out of country and limits on cash withdrawals.

2b. Alternatively, or maybe in tandem, huge draws on ECB credit to keep the banks from collapsing.

3a. Germany has a choice. Accept huge indirect public claims on Italy and Spain, plus a drastic revision of strategy — basically, to give Spain in particular any hope you need both guarantees on its debt to hold borrowing costs down and a higher eurozone inflation target to make relative price adjustment possible; or:

3b. End of the euro.

In Spanien macht sich jetzt langsam die Panik breit.

Ralf Streck, der bisher in allen seinen Artikeln grosse Kennerschaft in Sachen Spanien-Krise bewiesen hat, veröffentlichte in “Telepolis” am 18.5 einen Artikel mit dem Titel “In Spanien macht sich Panik breit“. Unter anderem erwähnt er die Gefahr eines “bank run” in Spanien. Zumindest im Fall der am 9.5. verstaatlichten Pleite-Bank “Bankia” soll anscheinend ein “bank run” stattgefunden haben.

Die Investoren-Website “Bullion-Investor.net” bestätigt diese Geschichte in einem Artikel vom 17.5. mit dem Titel “Bankrun auch in Spanien: Spanier holen 1 Milliarde Euro von den Konten“. Anscheinend hat dieser “bank run” tatsächlich stattgefunden. Der Verwaltungsrat von “Bankia” hat diese Sache anscheinend bestätigt.

So, jetzt greift die Krise des spanischen Bankensystems tatsächlich auf die deutschen Banken über.

Seht hierzu einen Artikel in “Welt-Online” von heute, dem 20.5. mit dem Titel “Finanzkrise: Spaniens Immobilien sind der Fluch des Südens“.

Dass die spanischen Banken durch die geplatzte spanische Immobilienblase schwer beschädigt wurden, darüber habe ich schon öfters berichtet (seht hierzu nicht zuletzt meinen Blogartikel: “Madrid heute – Abschied von meiner Madrider Vergangenheit“).

Und die deutschen Banken hängen in dieser Sache mit drin. Das ganze europäische Bankensystem ist nicht zuletzt auch über den Euro eng miteinander verkoppelt. Und natürlich reicht die Sache weit über Europa in das ganze internationale Bankensystem rein.

In diesem Artikel  in “Welt-Online” von heute, dem 20.5. mit dem Titel “Finanzkrise: Spaniens Immobilien sind der Fluch des Südens” heisst es: “Die spanische Immobilienkrise trifft die deutschen Banken schwer, jetzt drohen ihnen milliardenschwere Abschreibungen. Jetzt rächen sich die Investitionen, denn die Häuserpreise fallen weiter“.

Und dann findet ihr in diesem Artikel Zahlenangaben zu den möglichen Verlusten der deutschen Banken.

Und vor allem: Die spanischen Banken “pfeifen” jetzt auf dem allerletzten Loch.

Dazu heisst es in diesem Artikel: “Damit würden alle Formen von Krediten in Mitleidenschaft gezogen”, erklärt Best. Und in diesem Fall stehen weitaus größere Summen im Feuer. Die Deutsche Bank beispielsweise hat insgesamt mehr als 30 Milliarden Euro an spanische Schuldner vergeben, bei der Commerzbank geht es insgesamt um  mehr als 14 Milliarden Euro.

Derweil sind die spanischen Banken genau wie die Institute in den anderen Krisenländern Griechenland, Irland und Zypern zunehmend von Notkrediten ihrer Zentralbanken abhängig, berichtet die “Welt am Sonntag”. Demnach hatten die Länder ihren Banken im März Hilfsdarlehen von mehr als 120 Milliarden Euro gewährt, und inzwischen dürfte die Summe dieser sogenannten “Emergency Liquidity Assistance” (ELA) sogar auf rund 145 Milliarden Euro gestiegen sein.

Spanische Banken haben offenbar rund 25 Milliarden Euro dieses “Notfall-Dispos” genutzt. ELA-Kredite sind die letzte Zuflucht für Banken, die nicht mehr auf reguläre EZB-Mittel zurückgreifen können, weil sie zu kapitalschwach sind oder keine vertrauenswürdigen Wertpapiere mehr besitzen, die sie für Zentralbankdarlehen verpfänden.”

Im Klartext: Wenn´s dumm läuft, klappen die spanischen Banken in den nächsten Wochen zusammen. Und wenn die spanischen Sparer den Braten riechen, gibt es in Spanien einen “bank run“. Und dann wird´s zappenduster in Spanien und in der ganzen Euro-Zone.

Hier habt ihr einen Artikel aus “boerse.ARD.de” mit dem Titel “Spanier fürchten Banken-Insolvenz” vom 18.5., der das ganze Ausmass der spanischen Bankenkrise enthüllt. Die spanischen Banken pfeifen auf dem allerletzten Loch und sind schwerstens angeschlagen.

In diesem Artikel heisst es: Einer Studie der Citigroup zufolge sitzen die spanischen Banken auf Krediten von rund einer Billion Euro, die am maroden Immobiliensektor hängen. Wie viele davon faul und damit vom Ausfall bedroht sind, kann kaum eingeschätzt werden. Denn nach dem Zusammenbruch des Immobilienmarktes ist es vielerorts nicht möglich, verlässliche Marktbewertungen für Grundstücke oder Objekte zu bekommen. Die Nachfrage in manchen Gebieten ist fast vollständig zum erliegen gekommen. Wirtschaftsminister Luis de Guindos schätzt die Höhe der unsicheren Immobilienkredite in den Bilanzen der Institute auf etwa 180 Milliarden Euro. Nach Schätzungen des Brüsseler Center for European Policy Studies stehen die spanischen Banken vor Verlusten von bis zu 380 Milliarden Euro. Der New Yorker Ökonom Nouriel Roubini spricht von einem “Zugunglück in Zeitlupe”, weil das wahre Ausmaß der privaten Schuldenkrise in Spanien nur nach und nach aufgedeckt werde. Diese Ungewissheit macht die Finanzmärkte nervös“.

Im Klartext: Eine Billion (!) Euro hängen in den spanischen Banken am maroden und kaum berechenbaren spanischen Immobiliensektor. Wie viel dieser Kredite “faul” sind, ist überhaupt schwer berechenbar.

Vielleicht sind es 180 Milliarden Euro. Es könnten aber vielleicht auch viel mehr sein, 380 Milliarden Euro oder sogar mehr. Das ist wahnwitzig. Und es ist eine Zeitbombe für den Euro und die gesamte Eurozone, genau, wie ich das schon öfters gesagt habe. Und vor allem ist eine Zeitbombe für das ganze europäische und weltweite Bankensystem. Es droht eine weltweite Bankenkrise mindestens von dem Ausmass der Bankenkrise beim Zusammenbruch der Lehman-Brothers-Bank.

Zu den damaligen Auswirkungen des Zusammenbruchs der Lehmann-Brothers-Bank heisst im Wikipedia-Artikel zu dieser ehemaligen US-Bank: “Die Folgen der Insolvenz der „Lehmann Brothers“ blieben aber letztlich nicht auf die USA und Deutschland begrenzt, sondern erst jetzt, 15. September 2008, wurde mit diesem Zusammenbruch aus der „Finanzkrise ab 2007“, die in den USA begann und zunächst scheinbar auf das Platzen („Crash“) einer „Immobilienblase“ beschränkt war, die’ große globale Finanzkrise, die in einem gesonderten Artikel beschrieben ist: Sie äußerte sich u.a. darin, dass die Banken sich „gegenseitig nicht mehr über den Weg trauten“, sodass weltweit fast keine Kredite mehr vergeben wurden. Dies machte global eine Vielzahl von Maßnahmen der Einzelstaaten und ganzer Staatengemeinschaften erforderlich, die bis in die Gegenwart (2012) fortwirken“.

Auch die Börsen knicken ein. Was den DAX angeht, so lest euch den Artikel von heute, den 20.5. mit dem Titel “Deutsche Börse steht im Bann der Euro-Krisenländer” durch. Der Dax auf hat Wochensicht um 5% nachgegeben und die Analysten sehen schwarz.

Die Zeit läuft den Politikern in dieser schweren systemischen Krise in Südeuropa (Epizentrum Spanien: Paul Krugman am 15.4.in seinem Artikel Europe´s Economic suicide“) einfach davon. In Spanien tickt eine “Banken-Zeitbombe“, die eine schwere weltweite Bankenkrise auslösen könnte. Und sie kann bald explodieren.

Creative Commons LizenzvertragTrotz des eitlen Selbstlobs von Wolfgang Schäuble: Die Euro-Krise ist massiv zurückgekehrt 22Klaus Gauger steht unter einer Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Unported Lizenz

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s