Trotz des eitlen Selbstlobs von Wolfgang Schäuble: Die Eurokrise ist massiv zurückgekehrt 21

Gestern Abend (19.5.) kam die Meldung von den Ergebnissen des G 8-Gipfels in Camp David in “Welt Online” in einem Artikel mit dem Titel “G8: Griechenland soll in der Euro-Zone bleiben“.

In dem Artikel heisst es: “Camp David – Die wichtigsten westlichen Industriestaaten und Russland haben sich bei ihrem Gipfeltreffen in Camp David für einen Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone ausgesprochen. Das sagte Kanzlerin Angela Merkel am Rande der G8-Beratungen. Voraussetzung sei aber, dass das Land die Verpflichtungen, die es eingegangen sei, auch einhalte. Man sei sich auch einig gewesen, dass in der Euro-Zone sowohl Wachstum als auch Haushaltskonsolidierung nötig sei, sagte Merkel”.

Na, ja, Angela Merkel kann ruhig die “Eiserne Lady” (Margaret Thatcher) spielen, wenn sie will.

Hier habt ihr eine Meldung von “Focus-Online”, ebenfalls von gestern Abend (19.5.) mit dem Titel “G8 wollen mehr Wachstum – und Griechenland in Euro-Zone halten“.

In dieser gestrigen Meldung in “Focus-Online” heisst es:Die G8-Staaten wollen mehr für Wachstum und Jobs tun: Außerdem betonten sie beim Gipfel in Camp David ihr gemeinsames Interesse, dass Griechenland seine Verpflichtungen erfüllt und in der Euro-Zone bleibt. Das ist Kern einer wirtschaftspolitischen Erklärung, auf die sich die sieben führenden westlichen Industriestaaten und Russland am Samstag bei ihrem Gipfel einigten.

„Unser Ziel ist es, Wachstum und Jobs zu stärken“, heißt es in der Erklärung. Die Weltkonjunktur habe zwar hoffnungsvolle Anzeichen, es stünden aber noch erhebliche Schwierigkeiten bevor. Die G8-Staaten verpflichteten sich, „alle notwendigen Schritte zu unternehmen, um unsere Volkswirtschaften zu stärken und wieder Schwung zu geben“, heißt es weiter.

Ausdrücklich heißt es, dass „die richtigen Maßnahmen nicht für alle von uns die gleichen sind“. Zu Europa heißt es, man unterstützte den Kurs, sowohl Wachstum als auch Haushaltssanierung voranzutreiben. Zur Euro-Krise und zu Griechenland heißt es: „Wir sind uns einig über die Bedeutung einer starken und zusammenhängenden Eurozone für die globale Wirtschaft und den globalen Aufschwung.“

Ausdrücklich fügen die G8-Führer hinzu: „Und wir betonen unser Interesse, dass Griechenland in der Euro-Zone bleibt, und es seine Verpflichtungen erfüllt.“ Alle Staaten hätten ein Interesse an einer Lösung der Eurokrise.”

Im Klartext: Griechenland bleibt in der Euro-Zone und der Schwenk auf die Priorität Wachstum wird jetzt langsam, aber sicher vollzogen, zumindest von allen anderen G-8-Mitgliedern (vor allem auch den europäischen G-8-Mitgliedern Frankreich und Italien). Das war schon lange dringend Zeit.

Die Deutschen können es sich ja dann in den nächsten Wochen überlegen, ob sie nicht doch langsam umdenken wollen.

Der “RausschmissGriechenlands hätte unabsehbare Folgen für den Euro und die Eurozone haben können (Die Eurozone und der Euro hätten vielleicht einfach “zerbrechen” können, mit allen gravierenden weltwirtschaftlichen Folgen).

Was die Griechenland-Krise und Euro-Krise selbst angeht, so haben Paul Krugman und Joseph Stiglitz bisher noch in allem Recht behalten. Beide sind Lehrstuhlinhaber an amerikanischen Elite-Unis und Wirtschaftsnobelpreisträger.

Auch George Soros hat in dieser Euro-Krise hohe Intelligenz und Kampfbereitschaft für den Euro bewiesen. Soros überlebte übrigens trotz seiner jüdischen Herkunft die deutsche Besetzung Ungarns.

Dieser Mann ist nicht nur ein genialer Investor und Philanthroph, sondern auch ein Überlebenskünstler, der die Nazi-Hölle während der deutschen Besetzung Ungarns im Zweiten Weltkrieg überlebt hat.

Auch das “Handelsblatt” scheint zu begreifen, wie dramatisch die Lage mittlerweile in Europa und vor allem in den südeuropäischen PIIGS-Staaten ist. Hier habt ihr einen Artikel von heute, dem 20.5., mit dem Titel “Studie zur Jugendarbeitslosigkeit: Europa droht eine `verlorene Generation´“.

Warum eine “verlorene Generation” droht, wird in diesem Artikel klar gesagt: “Die mit der Finanz- und Wirtschaftskrise drastisch gestiegene Jugendarbeitslosigkeit in Europa wird nach einer Studie der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) mindestens bis 2016 auf „dramatisch hohen Niveaus“ verharren. Es drohe deshalb eine „verlorene Generation“ heranzuwachsen, warnt die ILO in dem Report „Global Employment Trends Youth 2012“, der dem Handelsblatt vorliegt. Die in Genf ansässige UNO-Organisation empfiehlt den Regierungen daher einen Ausbau der aktiven Arbeitsmarktpolitik. „Der seit der Wirtschaftskrise eingeschlagene Sparkurs behindert eine rasche Erholung der Arbeitsmärkte für Jugendliche“, heißt es in der 56-seitigen Studie, die am Dienstag offiziell vorgestellt werden soll.

Im Durchschnitt der Europäischen Union und der anderen entwickelten Industrieregionen hat sich die Arbeitslosenquote in der Gruppe der 15- bis 24-Jährigen nach den Berechnungen der ILO von 2008 bis 2011 um 26,5 Prozent erhöht. Der Anstieg war damit in diesen drei Jahren so stark wie in keiner anderen Weltregion. Im globalen Durchschnitt habe die Jugendarbeitslosigkeit seit Beginn der Krise um 5,3 Prozent zugenommen, weist die Studie aus. Nach den jüngsten Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat hatte die Quote der arbeitslosen Jugendlichen in den 17 Ländern der Euro-Zone im März 2012 das Rekordniveau von durchschnittlich 22,1 Prozent erreicht”.

Weiter heisst es in diesem Artikel: “Die reale Lage ist nach der Analyse der ILO „noch schlechter, weil sich junge Menschen in massiver Zahl vom Arbeitsmarkt zurückgezogen haben“. Die Arbeitsorganisation mahnt daher an, Beschäftigungspolitik für junge Menschen „zu einer Priorität auf der politischen Agenda“ der Regierungen zu machen.

In der Debatte über die Sparpolitik in den Euro-Krisenstaaten gibt die Analyse der ILO damit den Befürwortern einer stärkeren Wachstumsförderung Rückenwind. SPD-Chef Sigmar Gabriel stufte die Analyse als „alarmierend“ ein. „Wir brauchen vor allem ein Sofortprogramm zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit in Ländern wie Griechenland oder Spanien, wo inzwischen jeder zweite Jugendliche keine Arbeit hat“, sagte Gabriel dem Handelsblatt. Insgesamt zeige sich nun für die SPD, „dass wir mit unserer Forderung, die Konsolidierungspolitik um einen Pakt für Wachstum und Beschäftigung zu ergänzen, richtig liegen“, betonte der Parteichef.

Die europäischen Staats- und Regierungschefs wollen sich am Mittwochabend in Brüssel treffen und sich darüber abzustimmen, wie der EU-Fiskalpakt um einen Wachstumspakt ergänzt werden könnte”.

Im Klartext: Angela Merkel und Konsorten haben ganz Europa und vor allem Südeuropa (Griechenland, Portugal, Spanien, Italien) in eine schwere systemische Krise mit einer massiven Rezession und massiv steigenden Arbeitslosenquoten von jungen Arbeitslosen “hineingespart“.

Angela Merkel hat ganz Südeuropa in eine potentielle tödliche “Teufelsspirale” hineingezwungen (von der ich schon oft geredet habe. Seht meinen ersten Blogartikel zu diesem Thema “Angela Merkels Irrglaube an die Wirksamkeit ihrer kruden Sparrezepte in Südeuropa“).

Und jetzt kapieren alle halbwegs intelligenten Politiker, auch Sigmar Gabriel von der SPD, dass man dringend auf Wachstumskurs gehen muss.

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