Trotz des eitlen Selbstlobs von Wolfgang Schäuble: Die Eurokrise ist massiv zurückgekehrt 18

Und nun zurück zu meinem Hauptthema: Die Euro-Krise (vor allem in Südeuropa).

Die Euro-Krise in Südeuropa geht munter weiter, und es ist so, wie Paul Krugman am 13.5. vermutet hat: Die “Eurodämmerung” wird wohl mit einem südeuropäischen “Bankendebakel” beginnen und einem möglichen “Bank Run” in den südeuropäischen Ländern.

Jetzt kommt eine weitere Meldung in “Spiegel-Online” vom 18.5. mit dem Titel “Euro-Krise: Fitch stuft fünf griechische Banken herab“. Die Abratungsrunden der südeuropäischen Banken durch die Ratingagenturen gehen also munter weiter. In diesem Fall ist es die Ratingagentur “Fitch“, die zuschlägt.

In diesem Artikel mit dem Titel “Euro-Krise Fitch stuft fünf griechische Banken herab” in Spiegel-Online heisst weiterhin: “Nach der Bonität Griechenlands hat die Rating-Agentur Fitch auch die Kreditwürdigkeit von fünf griechischen Banken herabgestuft. Die Ratings der National Bank of Greece, der EFG Eurobank Ergasias, der Alpha Bank, der Piraeus Bank und der griechischen Landwirtschaftsbank seien von B- auf CCC gesenkt worden, teilte die Agentur am Freitag mit.

Die Bonitätswächter sprachen von dem Risiko eines Austritts aus der Euro-Zone und einem möglichen Staatsbankrott. In der Kategorie CCC bestehen beträchtliche Risiken und nur bei günstiger Entwicklung sind keine Ausfälle zu erwarten (Zu den Ratingstufen der Ratingagenturen siehe den Wikipedia-Artikel  zu den Ratingagenturen, Anmerkung von mir).

Fitch begründet den Schritt damit, dass die großen Banken des Landes bisher noch nicht die im Rettungspaket für Athen vorgesehenen Kapitalspritzen erhalten hätten. Griechenlands Bonität war am Tag zuvor ebenfalls von B- auf CCC herabgestuft worden.

Dieser Artikel in “Spiegel-Online” vom 18.5. mit dem Titel “Euro-Krise: Fitch stuft fünf griechische Banken herab” berichtet ebenfalls, dass jetzt die ganze griechische Wirtschaft massiv in den Keller geht und zusammenbricht: “Die Tourismuswirtschaft Griechenlands hat unterdessen die politische Führung des Landes aufgefordert, sich gegen im Ausland verbreitete Chaos-Meldungen und Pleitegerüchte zur Wehr zu setzen. “Das kann so nicht weitergehen. Zahlreiche Medien im Ausland sprechen von einem Chaos. Im Gegenteil, alles im Bereich Tourismus läuft normal”, hieß es in einer Erklärung des Verbands der Griechischen Touristischen Betriebe (HATTA) am Freitag in Athen. Wegen der andauernden Krise seien die Buchungen in einigen Regionen um 40 Prozent zurückgegangen, teilte der Verband der Touristischen Betriebe mit.

Die krisengeplagten Griechen kaufen gleichzeitig immer weniger Waren aus Deutschland. 2011 rauschten die deutschen Ausfuhren in das Mittelmeerland im dritten Jahr in Folge in den Keller (minus 13 Prozent). Sie erreichten nur noch einen Wert von etwas über fünf Milliarden Euro, wie aus Daten des Statistischen Bundesamts hervorgeht. Ein Jahr zuvor hatten die Griechen noch Waren “Made in Germany” im Wert von 5,8 Milliarden Euro eingeführt. Insbesondere auf deutsche Autos verzichteten die Hellenen zuletzt. 2008 gaben die Griechen für deutsche Produkte noch rund acht Milliarden Euro aus”.

So sieht es aus, wenn ein Land ganz kurz vor dem Zusammenbruch steht.

Die “Frankfurter Rundschau” scheint begriffen zu haben, wie dramatisch die Krise ist. Seht hierzu einen Artikel von heute, dem 18.5. mit dem Titel “Banken und Staaten ziehen sich in den Abgrund“. Der Titel trifft den Nagel auf den Kopf.

Die Analyse der Situation in diesem Artikel könnt ihr selbst durchlesen. Sie ist vollkommend zutreffend und redet von einem “Teufelskreislauf” in den südeuropäischen Krisenländern (Griechenland, Portugal, Spanien, Italien).

Allerdings: Diesen “Teufelskreis” beobachten wir schon seit Monaten. Darum drehen sich ja alle meine Blogartikel zur Euro-Krise schon seit Monaten, um diese “südeuropäische Todesspirale“´(der erste von meinen Blogartikeln zur Eurokrise hiess: “Angela Merkels Irrglaube an die Wirksamkeit ihrer kruden Sparrezepte in Südeuropa“).

Die in diesem Artikel mit dem Titel “Banken und Staaten ziehen sich in den Abgrund” angebotenen Lösungen zur Durchbrechung der südeuropäischen “Todesspirale” zitiere ich hier: “Was könnte Europa dagegen tun? Erstens eine europaweite Staatsgarantie aller Bankeinlagen – die belaufen sich allein für Spanien und Italien auf drei Billionen Euro. Zweitens müsste die Europäische Zentralbank (EZB) die Liquidität der Banken sichern, etwa über weitere Mega-Kredite. Um die Finanzmärkte zu beruhigen, könnte die EZB drittens auch ihr Ankaufprogramm für Staatsanleihen massiv ausweiten, um so den Märkten als verlässlicher Käufer für Staatspapiere zur Verfügung zu stehen. Und viertens wären Kapitalverkehrskontrollen in Europa denkbar, die den Abfluss von Geldern aus Krisenländern gesetzlich unterbinden.

Einen weiteren Vorschlag machte am Donnerstag der frühere EZB-Chef Jean-Claude Trichet: Die EU-Staaten sollten im Extremfall ein Land für bankrott erklären und seine Haushaltspolitik übernehmen können. Trichet verwies darauf, dass es bereits eine gegenseitige Überwachung der Haushaltspolitik in der EU gebe sowie Möglichkeiten der Bestrafung bei Verstößen. Der nächste Schritt wäre es, ein Land auch unter Konkursverwaltung stellen zu können, wenn es die EU-Vorgaben nicht erfüllt, sagte er. Demokratisch legitimiert wäre ein solcher Schritt, wenn er durch den Europäischen Rat der Staats- und Regierungschefs sowie das Europäische Parlament gebilligt würde.

Doch dies sind Krisenmaßnahmen für den Ernstfall. Kurzfristig sinnvoll wäre es wohl, dem Euro-Rettungsschirm ESM zu erlauben, Banken in Krisenländern direkt zu stützen. Bislang dürfen nur Staaten den Schirm nutzen – im Gegenzug für harte Sparauflagen, die die Rezession weiter verschärfen. Gegen eine europäische Bankenrettung aber sperrt sich bislang die Bundesregierung. Noch (Fettdruck von mir!).

Bei den Spaniern liegen mittlerweile die Nerven blank. Hier habt ihr einen Artikel vom 18.5. aus der “Süddeutschen” mit dem Titel “Spanien fürchtet Verschärfung der Schuldenkrise: Am Rande des Nervenzusammenbruchs” von Javier Cáceres.

In diesem Artikel wird berichtet, was ich schon seit Wochen fürchte: Spanien ist wohl demnächst nicht mehr in der Lage, sich zu finanzieren. Der Euro-Rettungsschirm ist schon verdammt nahe an Spanien dran, mit allen Folgen, die es hätte, wenn die viertgrösste europäische Volkswirtschaft unter den Euro-Rettungsschirm muss.

In diesem Artikel heisst es wörtlich: “Am Mittwoch waren die Zinsen für zehnjährige spanische Staatsanleihen massiv gestiegen. Der so genannte Risikoaufschlag zu deutschen Papieren lag zeitweise oberhalb von 500-Basispunkten, die Zinsen für zehnjährige Bonds bei bis zu 6,3 Prozent. Dies sind beides bedeutsame Schwellen: Als Spaniens Nachbarland Portugal vor genau einem Jahr als drittes Euro-Land Notkredite beantragen musste, lagen die Zinsen für zehnjährige portugiesische Bonds bei rund sieben Prozent. Experten führten dies damals vor allem auf die Lage in Griechenland zurück”.

Also auch Javier Cáceres meint, dass hier der “Contagion-Effekt” im Spiel ist. Das ist natürlich auch sehr gut möglich und sehr wahrscheinlich. Südeuropa ist ein systemischer Block, so sehe ich das.

Auch das “Handelsblatt” hat jetzt begriffen, was ich und auch Paul Krugman schon lange wissen: Spanien ist das “Epizentrum” der Euro-Krise. (Hier habt den Blogartikel von Paul Krugman vom 15.4. mit dem Titel “Europe’s Economic Suicide“).

Hier habt ihr einen Artikel vom 18.5. im “Handelsblatt” mit dem Titel “Krisen-Brandherd: Spanien entwickelt sich zur ernsten Euro-Bedrohung“.

In diesem Artikel heisst es: “Während die Zukunft Griechenlands in der Eurozone immer unsicherer wird, gewinnt ein viel größeres Problem für den Währungsraum an Dramatik: Spanien. Die Entwicklung in der viertgrößten Ökonomie des Euroraums droht aus dem Ruder zu laufen. Geht das so weiter, wäre das ungleich bedrohlicher als der Fall Hellas, sind sich alle Experten einig. Dafür bürgt schon die ungleich größere Bedeutung Spaniens. Das Land hat einen Anteil an der Wirtschaftsleistung des Währungsraumes von rund elf Prozent, Griechenland nur von zwei Prozent.

Ist eine Währungsunion ohne Spanien überhaupt vorstellbar? „In der jetzigen Konstellation Nein“, sagt der Außenhandelschef der Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Volker Treier. Seine Antwort fußt auf zwei Aspekten. „Wenn Spanien unter die europäischen Rettungsschirme käme, wäre das noch machbar.“ Deren Volumen von rund 800 Milliarden Euro, davon rund 500 Milliarden Euro freie Hilfemittel, könnten zunächst ausreichen. Aber es seien die Ansteckungsgefahren für andere große Länder wie Italien oder Frankreich, die das Mega-Risiko darstellen, dass die Währungsunion zerreißen könnte. „Deshalb kann man sich im Moment eine Euro-Zone ohne Spanien nicht vorstellen“, lautet Treiers Folge”.

Der Artikel weiter: “So weit ist es aber zum Glück noch nicht“. Und was dann in diesem Artikel noch gesagt wird, erscheint mir ziemlich illusionär. Ich sehe das anders. Ich fürchte, es ist bald soweit.

Mittlerweile schlachten die “Pleitegeier” die Spanien-Krise aus. Hier habt ihr einen Artikel vom 29.4. aus dem “Manager-Magazin” mit dem Titel Hedgefonds schlachten Spanien-Krise aus“.

So sieht´s aus.

Auch der Nachrichtenkanal “N 24” kapiert, das in Spanien die Lage langsam dramatisch wird. Hier habt ihr einen Artikel vom 17.5. mit dem Titel “Spanien kämpft mit wachsendem Zinsdruck“.

Interessant an diesem Artikel ist nicht zuletzt der letzte Absatz: “Mitte Februar hatte Moody’s angesichts der Schuldenkrise im Euroraum die halbe Bankenwelt unter Beobachtung gestellt. Die Bonitätsprüfer drohten, die Kreditwürdigkeit von über 100 Geldinstituten zu senken, darunter 17 Großbanken”.

Das heisst, die Euro-Krise und vor allem die Bankenkrise in den südeuropäischen Ländern bedroht tatsächlich das ganze internationale Bankensystem. Und die Ratingagenturen wissen das auch. Von den spanischen und italienischen Banken, nicht zuletzt den Grossbanken in diesen Ländern, droht tatsächlich ein weltweiter “Bankencrash“.

Hier habt ihr einen Artikel aus der Anleger-Website “foonds.com” vom 24.4- mit dem Titel “Vor Bankencrash? Bedrohliche Entwicklung der Banken-CDS“. Es geht also um die berühmt-berüchtigten “Credit Default Swaps“.

In diesem Artikel heisst es: “Das Risiko für Bankpleiten hat sich nach Markteinschätzung wieder dramatisch erhöht. Nachdem sich die Lage seit einem Misstrauenshöhepunkt im letzten Sommer (August) wieder beruhigt hatte, bewegen sich nun die Banken Credit Default Swaps (CDS) wieder auf alte Rekordwerte zu. Besonders hohe Risikoprämien weisen die spanische Banco Populare (fast 600 BP) und Santander (420) auf. Extrem misstraut wird auch den französischen und italienischen Banken: Unicredit 454, SocGen 351, Credit Agricole 326. Deutlich besser aber BNP Paribas mit 269 Basispunkten Risikoprämie. Mit Werten um die 300 und darüber fallen zudem noch sehr negativ RBS, Goldman Sachs und Morgan Stanley auf”.

Hier habt ihr einen Artikel der Website “Krisenvorsorge.com” vom 10.5. mit dem Titel “Spanien auf dem Weg zum Bankencrash“. Die Macher dieser Website sehen die spanischen Banken schon mit einem Fuss im “Bankencrash“.

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