Trotz des eitlen Selbstlobs von Wolfgang Schäuble: Die Eurokrise ist massiv zurückgekehrt 5

Am 10.5. erschien ein weiterer Artikel in “Spiegel-Online” mit dem Titel “Spanien verstaatlicht viertgrößte Bank des Landes”, der aus verschiedenen Agenturmeldungen zusammengestellt wurde.

In diesem Artikel erfahren wir: “Die Bankenkrise in Spanien spitzt sich zu. Zwei Tage bevor Premier Mariano Rajoy seinen Masterplan zur Stabilisierung des darbenden Finanzsektors vorstellen will, muss die Regierung das Geldinstitut Bankia verstaatlichen. Das teilte Wirtschaftsminister Luis de Guindos am Mittwochabend mit“. (…).

Der kriselnde spanische Bankensektor entwickelt sich zu einer immer größeren Belastung für die Euro-Zone. Die Institute sitzen seit dem Ende des Baubooms im Land auf großen Mengen fauler Kredite aus der Immobilienbranche. Nach Angaben der Regierung beläuft sich das Gesamtvolumen der Immobilienkredite spanischer Banken auf 320 Milliarden Euro. Davon wurden 180 Milliarden als “giftig” eingestuft. Der Ökonom Nouriel Roubini schätzt, dass die Institute Hilfen in Höhe von 100 bis 250 Milliarden Euro benötigen, um nicht pleitezugehen. “Niemand kann so tun, als wüsste er, ob Spanien insolvent ist”, schrieb Roubini in einem Artikel für die “Financial Times. (…).

Für Spanien verschlechtert sich die Lage an den Finanzmärkten derzeit deutlich. Die Rendite für zehnjährige Staatspapiere stieg am Mittwoch erstmals seit Mitte April wieder über die Marke von sechs Prozent. Aktien der Finanzhäuser rutschten kräftig ab. Die Titel der BBVA und der Banco Santander verloren am Mittwoch fast 5,5 Prozent an Wert”.

Tja, die Spiegel-Journalisten sehen das wohl ganz richtig so. Dem ist nicht viel hinzuzufügen.

Einen weiteren Artikel vom 11.5. zur möglichen Reform des spanischen Bankensektors durch Mariano Rajoy und seine Mitstreiter findet ihr in “Spiegel-Online” unter dem Titel “Spaniens Banken müssen die Bücher öffnen“.

In diesem Artikel heisst es: “Problematische Kredite sollen in Bad Banks überführt werden, die Auffanggesellschaften werden dazu neu gegründet. Um sich vor weiteren Ausfällen von Immobilienkrediten zu schützen, müssten die Institute zudem zusätzliche 30 Milliarden Euro zurücklegen, sagte Wirtschaftsminister Luis de Guindos am Freitag in Madrid. Insgesamt sollen die Rückstellungen damit auf 137 Milliarden Euro anschwellen.

An der Börse weckten die Ankündigungen zunächst kein Vertrauen: Der spanische Aktienmarkt notierte mehr als drei Prozent im Minus. Auch andere europäische Börsenindizes sanken ab, die Risikoaufschläge auf spanische Staatsanleihen zogen an”.

Im Klartext: Die Börse und die Finanzmärkte glauben nicht an diesen ganzen “Zauber” von Mariano Rajoy und seinen Mitstreitern. Ich bin auch mehr als skeptisch.

Hier habt ihr einen Artikel vom 111.5. in “Financial Times Deutschland” mit dem Titel “Spanien will kranke Banken mit Gewaltakt heilen“. In diesem Artikel heisst es: “Die spanische Regierung will die hartnäckige Immobilienkrise des Landes mit massiven Eingriffen in den Bankensektor ein für alle mal in den Griff bekommen. Das Kabinett in Madrid beschloss am Freitag eine tiefgreifende Reform der Branche: Die Institute müssen weitere Milliarden für faule Kredite zurücklegen und ihr Immobilienvermögen auslagern – insgesamt sollen die Rückstellungen auf 137 Mrd. Euro anschwellen. Zudem müssen die Geldhäuser ihr Immobilien-Portfolio von unabhängiger Stelle auf versteckte Risiken abklopfen lassen.

Und zu den Reaktionen an der Börse heisst es in eben diesem Artikel: “An der Börse kamen die Pläne nicht gut an: Der spanische Aktienmarkt notierte mehr als drei Prozent im Minus. Auch die Kurse spanischer Staatsanleihen brachen ein. Die Renditen von Zehnjahrespapieren, die sich entgegengesetzt zu den Preisen bewegen, übersprangen die Marke von sechs Prozent. Die Marktrenditen sind ein Indikator für die Zinskosten, mit denen das klamme Land bei der Aufnahme neuer Kredite rechnen muss. Viele Investoren fürchten, dass die Banken die neuen Belastungen nicht verkraften und den Staat anpumpen müssen.

Tja, die Investoren an dem Börsen glauben nicht an diesen “Hauruck-Plan” von Mariano Rajoy und seinen Mitstreitern (Kabinett Rajoy). Auch ich bin mehr als skeptisch.

Das Vertrauen der Investoren hat Spanien übrigens nicht erst jetzt verloren. Das ist schon vor geraumer Zeit passiert, vielleicht sogar schon vor vielen Monaten. Aber spätestens seit Mitte April ist ja die Euro-Krise über Spanien massiv zurückgekehrt, und spätestens seit dann gibt es kein Vertrauen mehr in die Situation in Spanien und auch nicht in die Massnahmen von Mariano Rajoy und seinen Mitstreitern.

Hier habt ihr einen dpa-Artikel aus “ntv” mit dem Titel “Finanzinvestoren fehlt Vertrauen -Spanien gerät in Krisensog“.

In diesem Artikel heisst es: “Spanien hält die Finanzmärkte weiter in Atem. Das Misstrauen der Investoren in die Krisenbewältigung der konservativen Regierung in Madrid wächst. Als Folge stieg die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen erstmals in diesem Jahr über die Marke von sechs Prozent. Damit wird es für das angeschlagene viertgrößte Land der Eurozone immer teurer, Kapital aufzunehmen. Auch die Prämien für Ausfallversicherungen auf spanische Staatsanleihen (CDS) kletterten auf Rekordwerte. Auch der Euro geriet unter Druck. In Brüssel versuchte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, die Lage zu entspannen. (…).

Mehr als sechs Prozent Effektivzinsen für zehnjährige Saatsanleihen sind ein deutliches Alarmsignal. Zu Wochenbeginn stieg die Rendite bis auf 6,13 Prozent, Anfang Februar hatte sie noch deutlich niedriger bei unter fünf Prozent gelegen. Ab einem Zinssatz von sieben Prozent gilt die Geldaufnahme für Staaten auf Dauer als zu teuer. Noch stärker gerieten Staatspapiere in den kurzen Laufzeiten unter Druck. Im zweijährigen Bereich stieg die Rendite – ein Maßstab für das Misstrauen der Investoren – auf bis zu 3,68 Prozent. Anfang April hatte sie mit 2,5 Prozent über einen ganzen Prozentpunkt niedriger gelegen.

An den Märkten für Ausfallversicherungen (Credit Default Swaps/CDS) auf Staatsanleihen stiegen die Prämien für spanische Titel sogar auf einen neuen Rekordwert. Die CDS-Prämie für eine fünfjährige spanische Anleihe um rund 18 Stellen auf 521 Basispunkte zu. Das bedeutet, dass die Absicherung einer spanischen Anleihe über beispielsweise 10 000 Euro derzeit 521 Euro pro Jahr kostet – so viel wie noch nie”.

Tja, das heisst, dass die berühmt-berüchtigten CDS (Credit Default Swaps) für spanische Staatsanleihen jetzt schon richtig teuer sind. Und wenn diese CDS im Fall der spanischen Staatsanleihen mittlerweile richtig teuer sind, bedeutet dies unter anderem, dass nicht wenige Finanzexperten und Börsenkenner mit einem “Ausfall” der spanischen Staatsanleihen, beziehungsweise mit einer Pleite Spaniens rechnen. Das sieht gar nicht gut aus.

Das “Wallstreet-Journal” meint übrigens, dass die “Credit Default Swaps” besser als ihr Ruf seien. Seht hierzu den Artikel aus dem “Wallstreet-Journal” mit dem Titel “Warum Credit Default Swaps besser sind als ihr Ruf“. Nun, das sei hier dahingestellt. Ich bin kein Spezialist für diese “CDS“.

Ich weiss nur, dass diese “CDS” beim Entstehen der amerikanischen Immobilienblase, die im Jahre 2007 geplatzt ist (Finanzkrise ab 2007), eine wichtige Rolle gespielt haben und das damalige riskante Spiel der amerikanischen Banken mit den “faulen” Immobilienkrediten mitbegünstigt haben.

Seht hierzu ein ausführliches PDF der mit dem Titel “Ursachen der Immobilienkrise in den USA” aus der Schriftenreihe der Wissenschaftlichen Hochschule Lahr. In diesem PDF wird klar gesagt, dass damals die “CDS” eine verderbliche Rolle bei der Entstehung der amerikanischen Immobilienblase gespielt haben und natürlich nach dem Platzen der amerikanischen Immobilienblase für hohe Verluste gesorgt haben.

Vor allem die American International Group (AIG) ging damals mit diesen “CDS” gigantische Risiken ein.

Im Wikipedia-Artikel zur AIG heisst es: “Die Zeitung »Handelsblatt« berichtete im März 2011 Folgendes: „Die amerikanischen Steuerzahler mussten mit 182 Milliarden Dollar einspringen – die teuerste Rettungsaktion in der Finanzkrise“.

Den amerikanischen Steuerzahler hat also damals dieses gefährliche Spiel mit den CDS eine Riesensumme gekostet.

Um auf die aktuelle europäische Situation zurückzukommen: Hier habt ihr einen Artikel aus den “Deutschen Mittelstandsnachrichten” von Ende Februar, als die “Euro-Krise” angeblich gelöst (?!) war mit dem TitelNervosität: Kreditversicherungen für EU-Staaten teuer wie nie“.

In diesem Artikel heisst es wörtlich: “Die Kosten für Credit Default Swaps für europäische Anleihen sind auf einem neuen Rekordwert – doppelt so hoch wie im Juli, so Bloomberg. “Die Anleihemärkte glauben nicht die gleiche Geschichte wie die Aktienmärkte”, so Robin Marshall, von Smith & Williamson Investment Management, in einem Interview vom 22. Februar. “Die Länder haben immer noch riesige Schulden und befinden sich entweder in einem konjunkturellem Abschwung oder in einer Rezession.”

Statt wie in den USA noch mehr Schulden zu machen (diese lag im Dezember bei mehr als 100 % des BIP – hier), um die Wirtschaft wieder anzukurbeln, setzt man in der EU weiter auf Sparmaßnahmen. Dies, so Experten, erhöhe die Wahrscheinlichkeit einer Staatspleite und auch des Zerfalls des Euros. Entsprechend sind die Kosten zur Absicherung gegen eine Staatspleite mit CDS (Credit Default Swaps) für europäische Anleihen neun Mal höher als für amerikanische Anleihen. Das Kosten-Verhältnis zwischen der Versicherung von europäischen Anleihen und amerikanischen Anleihen lag Mitte vergangener Woche bei dem Rekordwert 9,81 zu 1. Vor sieben Monaten war das Verhältnis 4 zu 1″.

Im Klartext: Die USA machen Schulden um die Wirtschaft anzukurbeln und geniessen nicht zuletzt deswegen das Vertrauen der Akteure auf den Finanzmärkten und wohl auch der internationalen Banken.

Und die Europäer sparen wegen des Brüsseler und deutschen “Spardiktats” und genau deswegen geniessen sie nicht das Vertrauen der Akteure auf den Finanzmärkten und der internationalen Banken. Die Akteure auf den Finanzmärkten und die internationalen Banken glauben, dass in Europa genau wegen dieses Brüsseler und deutschen “Spardiktats” Staatspleiten und der Zerfall des Euro drohen (und genau so ist es auch, darum dreht sich ja mein Blogartikel!).

Und als Folge werden dann die CDS (Credit Default Swaps) für europäische Staatsanleihen irrsinnig teuer. Ende Februar waren sie fast 10 Mal teurer als die CDS (Credit Default Swaps) für die amerikanischen Staatsanleihen. Das nenne ich eindeutig “kaputtsparen“. Wenn Wolfgang Schäuble oder Olli Rehn einen besseren oder zutreffenderen Begriff dafür haben sollten, sollen sie mir es mitteilen.

Um auf die Krise des spanischen Bankensektors zurückzukommen: Die Börsen und die Finanzmärkte nehmen diese ganzen Meldungen über die Krise des spanischen Bankensektors sowieso als “Hiobsbotschaft” auf. Und die Gegenmassnahmen von Mariano Rajoy und seiner konservativen Regierung (Partido Popular) schaffen ganz offensichtlich kein Vertrauen.

Die Börse und die Finanzmärkte interpretieren diesen ganzen “Aktionismus” von Mariano Rajoy und seinen Mitstreitern (Kabinett Rajoy) möglicherweise völlig zurecht als “Todeskampf” Spaniens und glauben wohl nicht, dass die Chancen Mariano Rajoys bei dieser Sache allzu gross sind. Auch ich bin hinsichtlich der Massnahmen von Mariano Rajoy und seinen Mitstreitern (Kabinett Rajoy) zur Rettung des spanischen Bankensektors und der spanischen wirtschaftlichen Situation allgemein mehr als skeptisch, das sage ich hier ganz klar.

Und deshalb erleiden die spanischen Banken, auch die relativ soliden spanischen Grossbanken wie die BBVA und die Banco Santander, in den letzten Wochen klare Kursverluste und die Zinsen für spanische Staatsanleihen steigen weiterhin konstant.

Hier habt ihr einen Artikel vom 11.5. aus “Wallstreet Online” mit dem Titel “Spanien setzt auf ‘Bad Banks’ – Brüssel verstärkt Spardruck“. In diesem Artikel, der aus Agenturmeldungen zusammengesetzt wurde, heisst es: “‘Bad Banks’ sollen dem Euro-Sorgenkind Spanien helfen, seinen maroden Bankensektor zu sanieren. Diese Abwicklungsinstitute sollen Tausende von Wohnungen, die den Banken infolge von Kreditausfällen übertragen worden waren, übernehmen und auf den Markt bringen. Die spanische Regierung beschloss am Freitag, dass alle Geldhäuser des Landes dazu verpflichtet werden, solche Auffanggesellschaften zu gründen. Neben Spanien muss nach Einschätzung der EU-Kommission auch die zweitgrößte Euro-Volkswirtschaft Frankreich noch härter sparen.

Die zweite Bankenreform in Spanien in diesem Jahr sieht zudem vor, dass die Banken künftig auch ihre als unproblematisch geltenden Kredite mit höheren Rücklagen absichern müssen als bisher. Wirtschaftsminister Luis de Guindos äußerte die Erwartung, dass die Finanzinstitute aufgrund der Reform voraussichtlich zusätzliche Mittel in Höhe von 30 Milliarden Euro benötigen werden”.

Und jetzt kommt das Entscheidende in diesem Artikel:An den Finanzmärkten wurden die Pläne negativ aufgenommen. Während spanische Staatsanleihen vor allem in den kurzen Laufzeiten unter Druck gerieten, erhielten sichere Anlagen wie deutsche Staatspapiere Zulauf. Auch der Euro gab nach. An der Madrider Börse sanken die Aktienkurse der Banken”.

Das heisst, die Finanzmärkte glauben nicht an diese Sache. Ich glaube auch nicht wirklich daran.

Und zur Situation der spanischen Banken heisst es in diesem Artikel aus “Wallstreet Online” ganz klar: “In Spanien leiden die Banken unter dem Zusammenbruch des Baubooms vor vier Jahren. In ihren Bilanzen lagern unzählige ‘faule Kredite’, die sie für den Wohnungsbau gewährt hatten und die nicht zurückgezahlt werden können. Nach Angaben der Regierung beläuft sich das Gesamtvolumen der Immobilienkredite in Spanien auf etwa 320 Milliarden Euro. Davon gelten 180 Milliarden als problematisch.”

Im Klartext: In der aktuellen Situation könnten 50% aller vergebenen Immobilienkredite potentiell “faul” sein (ein Gesamtvolumen von ca. 180 Milliarden Euro).

Hier habt ihr einen Artikel aus “Spiegel-Online” vom 9.5. mit dem Titel “Deutliche Kursverluste: Anleger fürchten neue Lasten für spanische Banken“.

Im letzten Abschnitt dieses Artikels, der aus Agenturmeldungen zusammengesetzt wurde, heisst es: “In ihren Büchern haben die spanischen Banken Darlehen an Wohnungs- und Hausbauer in Höhe von insgesamt rund 300 Milliarden Euro stehen, das entspricht etwa 30 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes. Die Hälfte dieser Kredite ist bereits im Verzug, bei einer weiteren Verschärfung der Wirtschaftskrise drohen weitere Ausfälle. Analystenschätzungen zufolge könnte der zusätzliche Rückstellungsbedarf auf bis zu hundert Milliarden Euro steigen”.

Das heisst, nach Aussagen von “Spiegel-Online” in diesem Artikel mit dem Titel “Deutliche Kursverluste: Anleger fürchten neue Laste für spanische Banken” steht eine Summe von 300 Milliarden Euro bei dieser Sache auf dem Spiel und natürlich die spanischen Banken selbst, die diese potentiell “faulen” Kredite vergeben haben und damit auch der spanische Staat selbst, der an diesen Banken “dranhängt“.

Einen weiteren interessanten Artikel, der ebenfalls aus Agenturmeldungen zusammengestellt wurde vom 7.4. zu diesem Thema findet ihr ebenfalls in “Spiegel-Online” unter dem Titel “Euro-Krise: Spanien will Geld für Banken zusammenkratzen“.

Interessant ist hier der Vorschlag, den Josef Ackermann zur Lösung der spanischen Bankenkrise macht. Josef Ackermann lässt hier folgendes verlautbaren: “Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann plädiert für eine dritte Lösung. Er macht sich für eine gesamteuropäische Lösung stark. Ein europäischer Rettungsfonds zur geordneten Sanierung oder Abwicklung von Banken sei “wünschenswerter denn je – zur Stabilisierung von Bankensystemen, zur Restrukturierung auch großer grenzüberschreitender Banken, zur Sicherung des Finanzbinnenmarkts und zur Vermeidung von Wettbewerbsverzerrungen durch nationale Regelungen“, sagte Ackermann dem SPIEGEL”.

Diese Lösung finde ich nicht unvernünftig, nicht zuletzt deshalb, weil ich es im Grunde für völlig ausgeschlossen halte, dass Mariano Rajoy und seine Mitstreiter und der spanische Staat allgemein diese Sache allein “stemmen” können. Mariano Rajoy und seine Mitstreiter und der spanische Staat allgemein sind im Grunde schon seit Monaten mit der Situation im Land völlig überfordert.

Hinzu kommt, dass Mariano Rajoy und seine konservative Regierung (Partido Popular) sich mit diesen ganzen Massnahmen zur Rettung der Banken massiv bei der spanischen Bevölkerung unbeliebt machen. Damit schwindet aber auch sein Rückhalt in der spanischen Bevölkerung, was in der aktuellen Situation für einen spanischen Ministerpräsidenten schlicht katastrophal ist.

Auch dazu äussert sich der obige Artikel in “Spiegel-Online” mit dem Titel “Euro-Krise:  Spanien will Geld für Banken zusammenkratzen” ganz klar: “Das aber würde wohl bedeuten, dass Spanien der Bevölkerung noch mehr Sparmaßnahmen zumuten müsste als bisher. Die Regierung hat für dieses Jahr bereits Einschritte im Volumen von mehr als 40 Milliarden Euro beschlossen. Rajoy steht schon jetzt deswegen unter Druck. Betroffene dürften wenig Verständnis haben, dass die Regierung nun zusätzlich Geld für die Rettung des Bankensektors ausgibt”.

Eine andere Möglichkeit wäre, den spanischen Banken Geld aus dem “Europäischen Rettungsfond” zuzuschiessen, ohne Spanien gleich unter den “Europäischen Rettungsschirm” zu stellen. Es gibt anscheinend einige europäische Regierungen, die diese Möglichkeit für vernünftig halten. Auch das wäre vielleicht eine Möglichkeit. Aber der Chef des “Europäischen Rettungsschirms“, der natürlich ein Deutscher ist (Klaus Regling), lehnt diese Möglichkeit selbstverständlich ab.

Die “Hauptleistung” (?!) aller deutschen Akteure in dieser Euro-Krise scheint anscheinend in wesentlichen darin zu bestehen, möglichst vernünftige Lösungen abzulehnen und alles auf den “Sankt-Nimmerleins-Tag” zu verschieben. Nun, der “Sankt- Nimmerleins-Tag” könnte bald kommen, in Form eines definitiven Auseinanderbrechens des Euro und der Eurozone.

In diesem Artikel heisst es zu dieser möglichen Lösung: Neben der spanischen Regierung hatten zuletzt auch andere Länder der Euro-Zone Möglichkeiten erwogen, Spaniens maroden Bankensektor zu stützen. Die Europäische Zentralbank (EZB) und manche Euro-Länder erwägen, den Instituten Geld aus dem Rettungsfonds ESM zuzuschießen – ohne dass gleich das ganze Land unter den Schirm muss. Es ist allerdings unklar, wie das technisch funktionieren soll und ob es rechtlich überhaupt zulässig wäre.

Der Chef des europäischen Rettungsschirms EFSF, Klaus Regling, lehnt diese Lösung ab. “Das ist bislang nicht vorgesehen”, sagte er am Montag in Berlin. “Und auch aus meiner Sicht wäre es völlig ausgeschlossen, hier direkt Banken zu rekapitalisieren.”

Übrigens: Josef Ackermann hat der Euphorie, die bis Mitte April in Europa wegen der angeblich “erfolgreich beigelegten” (?!) Euro-Krise herrschte, sowieso nicht getraut.

Schon am 27.3. liess er in verschiedenen Medien verlauten, dass er mit einer möglichen Ausbreitung der Staatsschuldenkrise rechnet und er hat unter anderem vor einem “Überschwappen” der Krise auf Portugal und Spanien gewarnt. Genau so ist es übrigens gekommen. Weiterhin liess er verlauten, dass die Bewältigung der Krise Europas Staaten nach Einschätzung des Topbankers noch mindestens fünf Jahre in Atem halten wird.

Ich habe Josef Ackermann nie sehr gemocht, aber er ist wohl tatsächlich verdientermassen ein europäischer Topbanker. Hier habt ihr ein Video aus “ntv” mit dem Titel “Ansteckungsgefahr nicht gebannt -Ackermann traut Euphorie nicht.”

Hier habt ihr eine Meldung aus der Schweizer Wirtschafts- und Finanzplattform “Cash” vom 27.3. mit dem Titel “Ackermann: Spanien-Krisen-Ansteckung ist möglich”  mit den entsprechenden Verlautbarungen von Josef Ackermann und ein paar anderen Finanzspezialisten zur damaligen Euro-Krisen-Situation Ende März.

Ich zitiere hier kurz aus diesem Artikel: “Trotz der unternommenen wichtigen Teilschritte zur Krisenbewältigung blieben noch “einige, auch fundamentale, Aufgaben zu lösen”. Im Moment herrsche zwar etwas mehr Euphorie. Ackermann schloss aber nicht aus, “dass in den nächsten Wochen und Monaten auch wieder ein bisschen schwierigere Zeiten auf uns zukommen. Jetzt geht es um die Implementierung, um die Realisierung all dieser Schritte. Wenn wir in fünf Jahren alles gelöst haben, das wäre das eine ganz, ganz tolle Leistung.” Mehrere Analysten hatten in den vergangen Tagen gesagt, dass Spanien ihnen Sorgen bereite. Die spanischen Anleihen sind laut dem Strategen Richard Gilhooly von TD Securities auf dem Rückzug, weil Investoren sich Sorgen machen, dass das “spanische Wachstum nicht zurückkehren könnte”. Doch gerade dieses Wachstum sei erforderlich, um den Schuldenberg abzubauen und die “Effekte der massiven Haushaltskürzungen” abzufedern.

Spanien sei noch nie so nah am Zahlungsausfall gewesen wie im Moment, erklärte sogar Willem Buiter, Chefvolkswirt von Citigroup, in einem Interview mit Bloomberg News. “Spanien ist das Schlüsselland, um das ich mir die meisten Sorgen mache”, sagte der frühere Währungshüter der britischen Notenbank. Das Land habe “sich auf die falsche Seite des Spektrums bewegt. Es besteht jetzt ein so großes Risiko für eine Restrukturierung der Schulden wie nie zuvor”.

Tja, es zeigt sich jetzt, dass Ackermann und diese Analysten vollkommen recht hatten. So sieht´s aus.

Eine gute Analyse der aktuellen spanischen Situation, der auch die Ursachen der aktuellen spanischen Bankenmisere betrachtet, leistet David Böcking in einem Artikel in “Spiegel-Online” vom 10.5. mit dem Titel “Banken sind Spaniens gefährliche Hypothek.”

Zu den Ursachen der aktuellen spanischen Bankenmisere sagt David Böcking: “Wie konnte die Lage auf dem spanischen Bankenmarkt so eskalieren? Das Problem der spanischen Aufseher war, dass sie die Gefahr in der Ferne erkannten, nicht aber die vor der eigenen Haustür: Ebenso wie in den USA entstand auch in Spanien eine Immobilienblase, nur dass diese nicht in komplizierten Finanzprodukten versteckt wurde. Spaniens Sparkassen, die sogenannten Cajas, verspekulierten sich mit ganz gewöhnlichen Krediten.

Im Gegensatz zu ihren deutschen Pendants gilt für sie schon seit 1988 kein Regionalprinzip mehr. Sämtliche Cajas konnten sich deshalb am Bauboom beteiligen, durch den besonders die Küsten des Landes mit Neubauten zubetoniert wurden. Die Folge: Bis heute sitzen vor allem die Sparkassen auf “faulen” Hypothekenkrediten, die laut Schätzungen einen Gesamtwert von 180 Milliarden Euro haben”.

Zur Struktur der Banken in Spanien erfahren wir in eben diesem Artikel folgendes:

“Spanien hat falsch dereguliert”, sagt Hans-Peter Burghof, Leiter des Instituts für Bankwirtschaft an der Universität Hohenheim. Allerdings versucht die Regierung schon seit geraumer Zeit gegenzusteuern. So entstand die jetzt verstaatlichte Bankia Ende 2010 aus sieben Cajas, die sich auf Druck aus Madrid zusammenschlossen. Gemeinsam, so die Hoffnung, würden die Institute eher durch die Krise kommen.

Burghof zweifelt diese Logik an. “Schließlich war das Problem in der Krise bislang nicht, dass Banken zu klein waren.” Im Gegenteil: Die Finanzkrise hat die Gefahr durch Institute gezeigt, die “too big to fail” sind – zu groß also, als dass der Staat sie pleite gehen lassen kann. Diese Sorge hatte die Regierung nun offenbar auch im Fall von Bankia, die immerhin ein Zehntel der spanischen Sparguthaben verwaltet.

Hinzu kommt, dass das Ausmaß der Risiken in Spaniens Bankensektor noch immer schwer überschaubar ist. Der Internationale Währungsfonds (IWF) attestierte dem Land Ende April, es betreibe eine “erhebliche und sinnvolle Restrukturierung des Sparkassensektors, aber die Fähigkeit mit den nötigen Anpassungen umzugehen, ist innerhalb des Systems sehr unterschiedlich ausgeprägt”.

Bei Großbanken wie Santander oder BBVA sind ausreichend Kapital und Gewinne vorhanden. Doch andere Institute könnten laut IWF Probleme bekommen, neue Anforderungen der Regierung zur Risikovorsorge zu erfüllen. Allein bei der Bankia-Mutter BFA besteht laut einem Bericht von “El País” eine Kapitallücke von 3,5 Milliarden Euro. BFA habe vergangene Woche sogar ihre Jahresbilanz ungeprüft bei der Bankenaufsicht einreichen müssen, weil die Wirtschaftsprüfer von Deloitte den Zahlen ihren Segen verweigerten.

Die spanischen Banken mussten bereits faule Kredite im Wert von 54 Milliarden Euro abschreiben, am Freitag könnten sie nun von der Regierung zu weiteren Rückstellungen verpflichtet werden. Gerüchte, wonach es dabei um 35 Milliarden Euro gehen könnte, hatten spanische Bankaktien am Mittwoch deutlich belastet. Nachdem der Staat nun im Fall Bankia seine Hilfsbereitschaft zeigte, stiegen die Kurse dagegen wieder”.

So, und jetzt im nachfolgenden Abschnitt beweist Hans-Peter Burghof, dass er ebenso kritisch wie intelligent ist.

Er sagt völlig zurecht:Begrenzt wird der Spielraum der Regierung aber dadurch, dass sie derzeit versucht, eine rasant gestiegene Neuverschuldung mit Hilfe umfangreicher Sparpakete einzudämmen. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt wird immer dramatischer, jeder vierte Spanier ist ohne Job. Das verschärft auch die Lage der Banken: Zunehmend fallen nicht nur Kredite aus unseriösen Boom-Projekten aus, sondern auch die von gewöhnlichen Arbeitnehmern, die ihren Job verlieren. “Das ist ein sich selbst verstärkender negativer Effekt”, sagt Experte Burghof”.

Burghof sieht also genau das, was ich auch schon seit Monaten sehe: Das Brüsseler und deutsche Spardiktat verschlimmert noch die ganze Situation, auch im spanischen Bankensektor. Denn je mehr der spanische Binnenmarkt durch das Brüsseler und deutsche Spardiktat in eine Abwärtsspirale gezwungen wird, umso mehr Spanier verlieren ihre Jobs und können damit ihre Immobilienkredite nicht mehr bedienen. Damit haben die spanischen Banken mit immer mehr “faulen” Immobilienkrediten zu kämpfen und der ganze spanische Staat mitsamt seinen Banken rutscht immer weiter in den Keller.

Das heisst, die Brüsseler und deutsche Sparpolitik beschädigt nicht nur den spanischen Binnenmarkt und treibt somit die Arbeitslosenzahlen in Spanien und damit auch die Sozialkosten in Spanien in die Höhe. Indirekt wird so auch noch der spanische Bankensektor massiv beschädigt.

Und noch etwas Interessantes erfahren wir aus der Analyse von Hans-Peter Burghof: Mein Verdacht könnte stimmen, dass einige dieser angeschlagenen spanischen Grossbanken schlicht “too big to fail” sind.

Wenn das tatsächlich so sein sollte, würde die Pleite Spaniens und die Pleite dieser spanischen Grossbanken vielleicht tatsächlich einen innereuropäischen oder vielleicht sogar internationalen Bankencrash zur Folge haben. Dann passiert das, was wir schon im Fall der Lehman Brothers Investmentbank erlebt haben.

Diese Analyse von Hans-Peter Burghof, der ein ausgewiesener Spezialist für den Bankensektor ist, gefällt mir gar nicht. Das sieht nicht gut aus. Vor allem gefällt mir nicht, dass es sich hier um spanische Grossbanken handelt, die angeschlagen sind. Das könnte weitreichende Folgen haben.

Wie Brüssel und Olli Rehn die Sache sehen, erfahrt ihr in einem Artikel vom 11.5. im “Handelsblatt” mit dem Titel “Madrid und Paris stecken im Schuldensumpf fest“. Was hier Olli Rehn sagt ist meiner Meinung nach so irrig, dass ich es hier nicht mal vollständig zitieren möchte.

Schon der Titel des Artikels ist absurd, denn hier wird die Situation in Frankreich mit der Situation in Spanien verglichen oder sogar “gleichgesetzt“. Das ist völliger Schwachsinn. Frankreich schwächelt, ist aber immer noch weit von einem Staatsbankrott oder gar einer Bankenpleite entfernt.

Die Situation in Frankreich ist schlimmstenfalls etwas prekär, aber keinesfalls dramatisch. Und für die kommende Zeit wird sowohl in Deutschland als auch in Frankreich noch ein moderates Wachstum erwartet, das sagt eben dieser Artikel vom 11.5. mit dem Titel “Madrid und Paris steckt im Schuldensumpf fest” selbst ganz klar.

In Spanien haben wir aber mittlerweile eine massive Rezession, auch das sagt dieser Artikel ganz klar: “Spaniens Wirtschaft schrumpft nach der am Freitag in Brüssel veröffentlichten Frühjahrsprognose der EU-Kommission 2012 voraussichtlich um 1,8 Prozent und damit viel stärker als von der EU bisher erwartet”.

Genau so wie jetzt in Spanien verlief übrigens auch die Entwicklung in Griechenland: Man fing an massiv zu sparen, und dann ergab sich plötzlich “unerwarteterweise” (?!) eine viel stärkere wirtschaftliche Schrumpfung in Griechenland als “vorausgesagt” (?!).

Nun, für einen “New Keynesian” wie Paul Krugman oder Joseph Stiglitz ist das gar nicht unerwartet, was in Griechenland passiert ist und jetzt in Spanien passiert. Es ist genau umgekehrt: Genau das, was in Griechenland passiert ist und jetzt in Spanien passiert, ist aus der Sicht eines “New Keynesian” zu erwarten, wenn man in einem wirtschaftlich angeschlagenen Land harte Sparmassnahmen “durchknüppelt. Olli Rehn mag “überrascht” sein, ich bin es gar nicht, und Joseph Stiglitz und Paul Krugman beobachten schon lange mit einer Mischung aus Spott und Sorge die wirtschaftliche Entwicklung im Euro-Raum.

Und ich kann absolut nicht verstehen, warum Olli Rehn die Situation in Frankreich mit der Situation in Spanien gleichsetzt.

Die Situation in Spanien ist schon seit Monaten absolut dramatisch. Olli Rehn scheint das noch nicht mal richtig begriffen zu haben und redet weiter von diesen absurden Defizitzielen, die sowieso in Spanien bald Makulatur sein werden, wenn es so weitergeht. Und er redet von einer “leichten Rezession” (?!). Das sind blanke Euphemismen, die Olli Rehn hier von sich gibt.

Das heisst Olli Rehn glaubt also immer noch, man könne das Vertrauen der Finanzmärkte gewinnen, in dem man in diesen angeschlagenen Krisenländern (vor allem in Südeuropa) weiter den Brüsseler und deutschen Sparkurs “durchknüppelt“.

Genau das Gegenteil ist der Fall, die Akteure auf den Finanzmärkten haben völlig zurecht nie Vertrauen in diesen absurden Brüsseler und deutschen Sparkurs gehabt, nicht nur George Soros.

Je mehr man diese südeuropäischen Länder “kaputtspart“, umso mehr werden die Akteure auf den Finanzmärkten und auch die Ratingagenturen das Vertrauen in diese südeuropäischen Länder definitiv verlieren. Das läuft jetzt ja schon seit einiger Zeit so in Spanien und Italien, im Fall von Griechenland und auch Portugal schon seit viel längerer Zeit.

In Griechenland ist die Krise spätestens seit 2010 massiv ausgebrochen. Siehe hierzu den Wikipedia-Eintrag zur “Griechischen Finanzkrise“. Und in Portugal ist es im Prinzip nicht viel besser. Seht hierzu einen Artikel vom vergangenen März in “Spiegel-Online” mit dem Titel “150.000 Menschen haben Portugal 2011 verlassen“. Die Portugiesen verlassen zur Zeit in Scharen ihr ruiniertes Land. Und auch in Italien steigt zur Zeit die Arbeitslosigkeit auf Rekordwerte. Seht hierzu den Artikel aus “Spiegel-Online” vom 2.5. mit dem Titel “Arbeitslosigkeit steigt auf höchsten Stand seit 2004“.

Und zurecht kritisiert IMK-Direktor Gustav Horn in diesem Artikel im “Handelsblatt” mit dem Titel “Madrid und Paris stecken im Schuldensumpf fest” die Untätigkeit der aktuellen schwarz-gelben Bundesregierung, gerade auch Angela Merkels und Wolfgang Schäubles, die am Anfang der Euro-Krise vollkommen die Chance verpasst haben, das Vertrauen der Kapitalmärkte in den Euroraum durch vertrauensbildende Massnahmen klar zu stärken.

In diesem Artikel mit dem Titel “Madrid und Paris stecken im Schuldensumpf fest” verlautbart Gustav Horn:Der Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn, machte die die Bundesregierung für die Lage mitverantwortlich. Horn gab in diesem Zusammenhang US-Präsident Barack Obama ausdrücklich recht, dass Europa weiter unter den Folgen der internationalen Finanzkrise leide, weil seine Regierungen nicht schnell und entschieden genug gehandelt hätten. „Die europäischen Regierungen hätten gleich zu Beginn der Krise des Euroraums massive vertrauensbildende Maßnahmen  ergreifen  müssen anstatt sich in der Pflege nationaler Klischees zu ergehen“, sagte Horn Handelsblatt Online. „Dazu wären anfänglich überhaupt keine Konjunkturprogramme  erforderlich gewesen, da die Wirtschaft in den Euroländern noch gut  lief.“ 

Nach Horns Überzeugung hätte eine durch die Regierungen gestützte Erklärung der Europäischen Zentralbank (EZB) gereicht, dass starke Kurseinbrüche  bei  Staatsanleihen durch Aufkäufe  auf  dem Sekundärmarkt  verhindert werden würden. „Dies ist insbesondere von Seiten der Bundesregierung verhindert  worden“, kritisierte der IMK-Chef. „Das Ergebnis sind Rettungsschirme und eine  Rezession im Euroraum.“ Zudem habe das Vertrauen in die Stabilität des Euro-Raums „dramatisch“ gelitten. „Ein sehr teures Zögern“, so Horn”.

Nur ganz gegen Ende dieses Artikels “Madrid und Paris steckt im Schuldensumpf fest” im “Handelsblatt” habe ich das Gefühl, dass Olli Rehn vielleicht etwas von der aktuellen Krise in Südeuropa verstanden hat.

Olli Rehn sagt hier:Ohne weiteres entschlossenes Handeln könnte das Wachstum in der EU schwach bleiben“, warnte der Währungskommissar. Auf Grundlage der neuen Beschlüsse zur Haushaltskonsolidierung „müssen wir die Anpassung durch eine Beschleunigung von wachstumsfördernden Maßnahmen unterstützen“, forderte er am Freitag in Brüssel“.

Olli Rehn scheint jetzt endlich zu begreifen, was Paul Krugman, Joseph Stiglitz und George Soros schon seit langem wissen: Europa braucht wachstumsfördernde Massnahmen. Und es geht da einfach auch um Geld und finanzielle Investitionen in die angeschlagenen südeuropäischen Krisenländer, natürlich auch von staatlicher Seite, vor allem in den Bereich “Forschung und Entwicklung“, um in diesen Ländern eine konkurrenzfähige Industrie aufzubauen. Ich hoffe Olli Rehn und Wolfgang Schäuble zögern hier nicht mehr lange. Sonst könnte es für den Euro bald zu spät sein.

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