“Outfoxed: Rupert Murdoch’s War on Journalism” (2004)

Ein interessanter Film, den ich mir heute angesehen habe, ist von Robert Greenwald Outfoxed: Rupert Murdoch’s War on Journalism” aus dem Jahre 2004.

Robert Greenwald hat sich einen Namen gemacht als Produzent von Dokumentarfilmen, die sich kritisch mit der Regierung von George W. Bush, dem Irakkrieg und den Medien auseinandersetzen.

In seinem Film “Outfoxed: Rupert Mudoch´s War on Journalism” geht Greenwald auf die Entwicklung der Medienlandschaft in den USA mit besonderem Augenmerk auf dem von Rupert Murdochs News Corporation betriebenen Nachrichtensender Fox News Channel ein.

Die “News Corporation (abgekürzt “News Corp) ist eines der weltgrößten Medienkonglomerate.

War es früher ein australisches Unternehmen mit Sitz in Adelaide, wurde es nach Zustimmung durch die Mehrheit der Aktionäre am 12. November 2004 im US-Staat Delaware neu gegründet. Das Unternehmen ist an der New York Stock Exchange und der London Stock Exchange, aber auch weiterhin an der australischen Börse notiert.

Der Hauptsitz der News Corporation befindet sich im Komplex des Rockefeller Center an der Avenue of the Americas (6th Avenue) in New York City.

Im Jahr 2010 erwirtschafteten die 51.000 Mitarbeiter der “News Corporation” einen Gewinn von 3,7 Mrd. USD. bei einem Umsatz von knapp 33 Mrd. USD. Der Großteil des Umsatzes stammt aus dem US-Geschäft.

Die Dokumentation von Robert Greenwald wirft Fox News Channel eine tendenziöse Berichterstattung zugunsten der Politik des rechten Flügels der US-Republikaner vor und belegt dies mit zahlreichen Aussagen von ehemaligen journalistischen Mitarbeitern, die vor der Kamera Greenwalds offen berichten, mit welchen Methoden die Konzernleitung und Rupert Murdoch selbst die Medienmacht des Konzerns und insbesondere von “Fox News Channel” benutzen, um für die Positionen des rechten Flügels der Republikaner zu werben.

In der Vergangenheit hat der Konzern insbesondere massiv positive Berichterstattung für den ehemaligen republikanischen US-Präsidenten George W. Bush und seine Politik betrieben und gleichzeitig versucht, den jeweiligen demokratischen Gegenkandidaten der Lächerlichkeit preiszugeben.

Mit der Mitarbeit von Glenn Beck und Sarah Palin, die mittlerweile Aushängeschilder der Tea-Party-Bewegung geworden sind, dient Fox News dieser Bewegung mit Berichten über ihre Veranstaltungen, Anliegen und Repräsentanten als Haussender.

Die Produktionsfirma der Filmdokumentation “Outfoxed: Rupert Murdoch´s War on Journalism” veröffentlichte seinerzeit im Jahre 2004 den Film in den USA auf ungewöhnliche Art. Er wurde per DVD von Privatleuten und Initiativen bei sogenannten House Partys gezeigt. Später war der Film auch in einigen Großstädten im Kino zu sehen. Das selbstgedrehte Material, das zum größten Teil aus Interviews besteht, veröffentlichten die Produzenten zusätzlich unter der Creative-Commons-Lizenz im Internet. An der Erstellung des Films waren das Center for American Progress und die Organisation MoveOn.Org beteiligt.

Fox News ging rechtlich gegen den Film vor, da es die Verwendung von Ausschnitten des TV-Programms ohne Sendererlaubnis unterbinden wollte. Zur Analyse des Programms des Nachrichtensenders griff das Produktionsteam auf Freiwillige der Friedensinitiative und Bürgerrechtsorganisation MoveOn.org zurück, die sich bereiterklärten, das Programm (gemeinsam) 24 Stunden am Tag anzusehen.

Der Film zeigt auf eindrückliche und analytische Weise, mit welchen Methoden die “News Corporation” von Rupert Murdoch die Zuschauer von “Fox News Channel” einer  Gehirnwäsche unterzieht und sie mit gezielter Desinformation täuscht.

Der Film ist im Netz frei auffindbar. Auf youtube sind einige hochgeladene Versionen zur Zeit auffindbar und auch auf google-Videos befindet sich zur Zeit eine deutsche Version des Filmes.

Handelt es sich jetzt hier nur um ein amerikanisches Problem? Keineswegs, das Problem mächtiger Medienkonzerne, die über Privatfernsehen, Radio und Printpublikationen einen massiven Einfluss auf die Berichterstattung im jeweiligen Land nehmen und damit sowohl die öffentliche Meinung als auch die Politik bestimmen, ist ein weltweites.

Ein besonders krasser Fall ist Italien, ein Land, in dem der Medienunternehmer Silvio Berlusconi ab den 1970er-Jahren soviel Medienmacht ansammeln konnte, dass er nicht nur die dortige Politik zunehmend diktieren, sondern sogar sich selbst zum Präsidenten des Landes machen konnte und von 1994 bis 2011 die meisten Regierungen Italiens während dieser Zeit stellen und leiten konnte.

Über die italienischen Medienverhältnisse gibt es übrigens auch kritische und erhellende Dokumentationen, so zum Beispiel von Erik GandiniVideocracy” aus dem Jahre 2009. Ich habe mir den Film seinerzeit angesehen, er ist ebenfalls wirklich beeindruckend.

Aber auch in Deutschland haben wir grosse Medienunternehmen, die eine extrem starke Stellung auf dem deutschen Markt haben und die Berichterstattung in den Bereichen Fernsehen, Radio und Printmedien dominieren und lenken können.

Zu diesen grossen Medienkonzernen gehören nicht zuletzt die Axel Springer AG, die unter anderem das Schmuddelblatt “Bild” als mächtiges mediales Instrument in den Händen hält, und dann natürlich die Bertelsmann AG mit ihrem weitverzweigten Netz an Beteiligungen an Zeitungen, Magazinen und Privatsendern in Deutschland. Zugleich unterhält die die Bertelsmann AG eine machtige neoliberale Lobby in Form der Bertelsmann-Stiftung (Siehe hierzu unter anderem die Dokumentation in den “Nachdenkseiten” mit dem Titel “Krake Bertelsmann“).

Diese beiden deutschen Medienunternehmen dienen neoliberalen Wirtschaftsinteressen in Deutschland und stehen unter anderem an der Seite unserer aktuellen deutschen Kanzlerin Angela Merkel, die sowohl mit Friede Springer (Axel Springer AG) als auch Liz Mohn (Bertelsmann AG) persönlich befreundet ist. Aber auch Hubert Burda Media und die Bauer Media Group dienen solchen neoliberalen Wirtschaftsinteressen.

Gibt es aus diesem Dilemma der Medienmacht der grossen Medienunternehmen, die in der Regel auf Seiten der Reichen und Mächtigen, also der neoliberalen Wirtschaftsinteressen stehen, einen möglichen Ausweg? Ja, den gibt es vielleicht in Form der vielen unabhängigen Journalisten, Politiker und anderen Intellektuellen, die vor allem im Internet publizieren.

Im Internet entstehen keine Publikationskosten und im Internet ist man ausserdem von Zensur und Massregelung frei, auch seitens irgendwelcher Herausgeber und Eigentümer von Zeitungen und privaten Radio- und Fernsehstationen, die oft ihren Journalisten diktieren, was sie zu denken und zu sagen haben. Zu diesen unabhängigen Intellektuellen in Netz zähle ich mich selbst.

Ich habe zu diesem Thema auch schon einen Blogeintrag verfasst mit dem Titel: “Zur aktuellen Situation des Printjournalismus: Perspektiven und das Internet als mögliche Lösung“.

Creative Commons Lizenzvertrag“Outfoxed: Rupert Murdoch’s War on Journalism” (2004)Klaus Gauger steht unter einer Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Unported Lizenz.

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