“To the Last Drop: Canada’s Dirty Oil Sands” (2011)

Über die  “tarsands” oder “oilsands” (deutsch: Ölsande) in Alberta (Kanada) und die Folgen der dortigen Ölförderung habe ich schon öfters berichtet. Zwei Blogeinträge von mir drehen sich um das Thema: Zum einen “`Dirty Oil´ (2009)” und “`H2Oil´ (2009)”.

Es gibt jetzt einen neuen, weiteren guten Dokumentarfilm über das Thema: “To the Last Drop: Canada´s Dirty Oil Sands” aus dem Jahre 2011 von Niobe Thompson und Tom Radford.

Ich wiederhole also jetzt nur noch mal kurz die Fakten: Die U.S.A. stellen nur 5% der Weltbevölkerung, verbrauchen aber 25% der weltweiten Erdölproduktion.

Von ca. 80 Millionen Barrel weltweiter Erdölproduktion täglich verbrauchen die Amerikaner ca. 20 Millionen Barrel (Siehe hierzu die Wikipedia-Tabelle zum Erdöl).

Welche politische und militärische Folgen dieser massive amerikanische Erdölverbrauch und die Abhängigkeit der U.S.A. von Erdölimporten hat, habe ich unter anderem schon in meinem Artikel “Michael T. Klares `Blood and Oil´ (2008) und die Vereinigten Staaten heute“, aber auch in meinen zahlreichen Blogeinträgen zum Irak-Krieg dargestellt.

Was ist nun das Problem mit dem Abbau der Ölsande in der kanadischen Prärie in der Provinz Alberta? (zu diesen “Oil sands” gibt es auch einen guten, englischsprachigen Wikipedia-Eintrag).

Ganz einfach, das Öl ist ja in diesem Fall mit dem Sand vermischt, und der Sand befindet sich direkt unter dem Boden der weiten Prärie Albertas.

Das bedeutet konkret, dass diese Ölsande großflächig abgeräumt werden und damit unzählige Quadratkilometer dieser kanadischen Prärie zerstört und verwüstet werden.

Das ist aber noch nicht alles. Schlimmer ist noch, wie dann diese Ölsande bearbeitet werden: Um das Öl vom Sand zu trennen, werden Unmengen an heißem Wasserdampf in diese Ölsande hineingespritzt. Das Wasser ist nach der Anwendung dieses Verfahrens verseucht und es wird dann dennoch einfach in großen Becken aufbewahrt, die in der Regel massiv lecken und daher gerät dieses verseuchte Wasser in die umgebenden Seen und Flüße, womit die Gegend, in der die Ölsande abgebaut werden, massiv verseucht wird.

Und da der Wasserdampf sehr heiß sein muss, wird für die Gewinnung dieses “schmutzigen Öls” (Dirty Oil) auch noch eine Unmenge von Energie verbraucht.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass die Gewinnung dieses “schmutzigen” Erdöls aus den Ölsanden der kanadischen Provinz Alberta extrem energieintensiv, umweltverschmutzend, ja sogar umweltzerstörend ist.

Die kanadische Prärie, die Heimat für unzählige seltene Tierarten ist, wird dezimiert und zerstört, zurück bleiben abgeräumte Flächen und leere Gruben. Und die Bewohner werden das Opfer der verseuchten Böden und des verseuchten Wassers: In vielen Kommunen in der Provinz Alberta, die in den Abbaugebieten der Ölsande leben, ist die Krebsrate rasant gestiegen, und auch andere Krankheiten, die dort vorher kaum bekannt waren, grassieren nun in diesen Orten und dezimieren deren Bevölkerung.

Die Behörden der Provinz Alberta, die nur an den finanziellen Gewinn denken – Alberta ist zu einer “Boom“-Provinz geworden – ignorieren in der Regel die Umweltschäden und das Leiden der zunehmend krankheitsanfälligen und durch die Umweltgifte angeschlagenen Bevölkerung der Kommunen in den Abbaugebieten der Ölsande.

Der Film geht dem Problem der “Oil Sands” der kanadischen Provinz Alberta auf den Grund und liefert ein präzises Bild der dortigen Ölsand-Industrie und der Folgen dieser Ölsand-Industrie für vor allem den Norden der Provinz Alberta.

Die Vertreter der Regierung der Provinz Alberta mit ihren apologetischen Propaganda-Sprüchen kommen zu Wort, vor allem aber auch die Kritiker und Gegner, die das ökologische Desaster der Ölsand-Industrie in Alberta offenlegen.

Die Zeit, das stellen die Filmemacher gegen Ende des Films unmissverständlich fest, drängt, wenn nicht weitere Umweltzerstörungen und ein immer schneller stattfindender Klimawandel die Folge sein soll, denn diese Art der Ölgewinnung hat unter anderem einen massiven Kohlendioxid-Ausstoß (das zugleich das wichtigste Treibhausgas ist) zur Folge.

Der obengenannte Film “To the Last Drop: Canada’s Dirty Oil Sands (2011)” wurde in diesem Jahr in Al Jazeera auf Englisch ausgestrahlt.

Creative Commons Lizenzvertrag “To the Last Drop: Canada’s Dirty Oil Sands” (2011) Klaus Gauger steht unter einer Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Unported Lizenz.

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