“Iraq for Sale: The War Profiteers” (2006)

In letzter Zeit habe ich wieder ein paar interessante Filme angeschaut. Einer dieser Filme war von Robert Greenwald “Iraq for Sale: The war Profiteers” von 2006.

Ich habe euch ja schon einige Filme vorgestellt, die sich kritisch mit dem Irakkrieg auseinandersetzen. Siehe hierzu meine Blogeinträge: Michael T. Klares `Blood and Oil´ und die Vereinigten Staaten heute; “Why We Fight” (2005); “No End in Sight” (2007).

Welchen Focus hat nun dieser Film von Robert Greenwald, der sich ebenfalls kritisch mit dem Irakkrieg auseinandersetzt? Nun, dieser Film beleuchtet die Rolle der “private contractors” in diesem Krieg, daß heißt die großen Firmen wie Halliburton oder Blackwater, die wichtige Funktionen bei der Versorgung der amerikanischen Truppen im Irak einnahmen (Halliburton) oder die private Söldnertruppen zur Verstärkung der amerikanischen Truppen stellten (Blackwater).

Diese privaten Unternehmen, so zeigt der Film, haben den amerikanischen Staat gnadenlos abgezockt, in dem sie horrend überzogene Preise für ihre Dienstleistungen verlangt haben.

Das ist aber nicht der einzige Vorwurf, der diesen Firmen von Robert Greenwald gemacht wird. Schlimmer ist noch, dass die Söldnertruppen von Blackwater zum Beispiel (ihre Söldner sind meist ehemalige amerikanische Armeeangehörige) systematisch und massiv Terror und Gewalt gegen meist unschuldige Iraker ausgeübt haben. Da diese Söldner nicht dem Kriegsrecht unterstanden und sie nicht Teil der regulären Truppen waren, haben sie diesen quasi rechtsfreien Raum, in dem sie sich bewegen, benutzt, um zum Beispiel Gefangene in Abu Guhraib zu missbrauchen (an diesen Folterungen haben sich durchaus nicht nur amerikanische Armeeangehörige, sondern vor allem auch die Söldner von “private contractors” wie Blackwater beteiligt).

Den Luxus und den Aufwand, den diese “private contractors” im Irak betrieben, war eklatant. Während die US-Soldaten oft in Zelten schliefen, lebten die leitenden Angehörigen der “private contractors” in voll versorgten Luxusanlagen und fuhren teure Premium-SUVs.

Die “private contractors” gingen aber auch oft fahrlässig mit ihrem Personal um und setzten oft ihre Leute, die teilweise auch gewöhnliche Zivilisten waren, erheblichen Risiken aus, weshalb es zu nicht wenigen Todesfällen unter den Angestellten der “private contractors” kam, die so Opfer von Anschlägen islamistischer Terrorgruppen wurden, die im Irak gegen die Amerikaner operierten.

Das ganze Geschäft mit den “private contractors”, die oft hervorragende lobbyistische Beziehungen zu Senatoren und Kongressabgeordneten oder gar Regierungsmitgliedern der US-Administration wie Dick Cheney hatten und daher regelmäßig sehr lukrative Aufträge zugeschanzt bekamen, wird von Greenwald minutiös durchleuchtet.

Den Eindruck, den der Zuschauer bekommt, ist das eines infamen und skrupellosen Geschäfts von Privatunternehmen mit dem Irakkrieg, ein Söldnerunwesen, wie es kaum zu einem Staat wie die U.S.A. passen mag, der demokratisch legitimiert ist. Tatsächlich war dies alles aber im Irak Realität und manchen patriotisch gesinnten ehemaligen Angehörigen dieser “private contractors” stehen die Tränen in den Augen, wenn sie vor der Kamera berichten, was für ein liederliches und skrupelloses Geschäft sie für ihre Firmen im Irak betrieben haben, oft zum Schaden der US-Soldaten oder des amerikanischen Staates, der Unsummen für Sach- und Arbeitsleistungen entrichtet hat, die von zum Beispiel von einheimischen Irakern für viel weniger Geld mit wesentlich besseren Resultaten hätte geleistet werden können.

Es lohnt sich auf jeden Fall, diesen Film anzuschauen. Er befindet sich hochgeladen in YouTube in mehreren Versionen. Hier der Link zu einer vernünftigen Version.

“Iraq for Sale: The War Profiteers” (2006)Klaus Gauger steht unter einer Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Unported Lizenz.

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