“Dirty Oil” (2009)

Der Film “Dirty Oil” von der amerikanischen Regisseurin Leslie Iwerks berichtet über den Abbau der Ölsande in der Provinz Alberta in Kanada, der der Gewinnung von Erdöl dient, das von den Kanadiern vor allem in das extrem erdölhungrige Nachbarland U.S.A. exportiert wird.

Die U.S.A. stellen nur 5% der Weltbevölkerung, verbrauchen aber 25% der weltweiten Erdölproduktion. Von ca. 80 Millionen Barrel weltweiter Erdölproduktion täglich verbrauchen die Amerikaner ca. 20 Millionen Barrel (Siehe hierzu die Wikipedia-Tabelle zum Erdöl). Welche politische und militärische Folgen dieser massive amerikanische Erdölverbrauch und die Abhängigkeit der U.S.A. von Erdölimporten hat, habe ich schon in meinem Artikel “Michael T. Klares `Blood and Oil´ (2008) und die Vereinigten Staaten heute” dargestellt.

Was ist nun das Problem mit dem Abbau der Ölsande in der kanadischen Prärie in der Provinz Alberta? (zu diesen “Oil sands” gibt es einen guten, englischsprachigen Wikipedia-Eintrag).

Ganz einfach, das Öl ist ja in diesem Fall mit dem Sand vermischt, und der Sand befindet sich direkt unter dem Boden der weiten Prärie Albertas.

Das bedeutet konkret, dass diese Ölsande großflächig abgeräumt werden und damit unzählige Quadratkilometer dieser kanadischen Prärie zerstört und verwüstet werden.

Das ist aber noch nicht alles, schlimmer ist noch, wie dann diese Ölsande bearbeitet werden: Um das Öl vom Sand zu trennen, werden Unmengen an heißem Wasserdampf in diese Ölsande hineingespritzt. Das Wasser ist nach der Anwendung dieses Verfahrens verseucht und es wird dann dennoch einfach in großen Becken aufbewahrt, die in der Regel massiv lecken und daher gerät dieses verseuchte Wasser in die umgebenden Seen und Flüße, womit die Gegend, in der die Ölsande abgebaut werden, auch noch verseucht wird.

Und da der Wasserdampf sehr heiß sein muss, wird für die Gewinnung dieses “schmutzigen Öls” (Dirty Oil) auch noch eine Unmenge von Energie verbraucht.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass die Gewinnung dieses “schmutzigen” Erdöls aus den Ölsanden der kanadischen Provinz Alberta extrem energieintensiv, umweltverschmutzend, ja sogar umweltzerstörend ist.

Die kanadische Prärie, die Heimat für unzählige seltene Tierarten ist, wird dezimiert und zerstört, zurück bleiben abgeräumte Flächen und leere Gruben. Und die Bewohner werden das Opfer der verseuchten Böden und des verseuchten Wassers: In vielen Kommunen in der Provinz Alberta, die in den Abbaugebieten der Ölsande leben, ist die Krebsrate rasant gestiegen, und auch andere Krankheiten, die dort vorher kaum bekannt waren, grassieren nun in diesen Kommunen und dezimieren deren Bevölkerung.

Die Behörden der Provinz Alberta, die nur an den finanziellen Gewinn denken – Alberta ist zu einer “Boom“-Provinz geworden – ignorieren in der Regel die Umweltschäden und das Leiden der zunehmend krankheitsanfälligen und durch die Umweltgifte angeschlagenen Bevölkerung der Kommunen in den Abbaugebieten der Ölsande.

Der Film geht dem Problem der “Oil Sands” der kanadischen Provinz Alberta auf den Grund und liefert ein präzises Bild der dortigen Ölsand-Industrie und der Folgen dieser Ölsand-Industrie für vor allem den Norden der Provinz Alberta. Die Vertreter der Regierung der Provinz Alberta mit ihren apologetischen Propaganda-Sprüchen kommen genauso zu Wort wie die Kritiker und Gegner, die das ökologische Desaster der Ölsand-Industrie in Alberta offenlegen.

Die letzten 10 Minuten des Films sind der möglichen Lösung für das Problem gewidmet. Und nach Ansicht der Filmmacher kann es nur eine vernünftige Lösung geben: Die U.S.A. müssen ihr ganzes industrielles und wirtschaftliches System auf ökologisch sinnvolle, nachhaltige und erneuerbare Energieformen umstellen, wie Energie aus Wasserkraft, Wind, Sonne, Biomasse und anderen ökologisch unbedenkliche Energieformen.

Der Film stellt fest: Wenn es den Amerikanern im Zweiten Weltkrieg gelang, ihre Kriegsproduktion auf ein gigantisches Maß zu steigern, so daß der deutsche und japanische Gegner keine Chance mehr gegen diese amerikanische, gigantische Kriegsindustrie hatte, wenn es den Amerikanern Ende der 60er-Jahre gelungen ist, zum Mond zu fliegen (Apollo-Programm) dann können die Amerikaner auch den Umbau ihrer Energiewirtschaft in eine ökologisch sinnvolle Richtung bewältigen und finanzieren. Eine große Anstrengung ist hier nötig, aber die Zeit drängt, wenn nicht weitere Umweltzerstörungen und ein immer schneller stattfindender Klimawandel die Folge sein soll.

Wer will, kann den Film unter anderem bei amazon.de käuflich erwerben.

Creative Commons Lizenzvertrag“Dirty Oil” (2009)Klaus Gauger steht unter einer Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Unported Lizenz.

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